TV on the move – Time for Disruptions

Fernsehen das Lagerfeuer, das die Familie im heimischen Wohnzimmer versammelt. Glaubt man den Rednern des NewTV Kongresses, der am 18. April in Hamburg stattgefunden hat, geht es dem Fernsehen gut. Der durch den Untertitel Time for Disruptions¬†suggerierte Wandel ist √ľberhaupt nicht n√∂tig, denn fast in jedem Vortrag wird dem Publikum erz√§hlt: Der lineare Konsum steigt, die Deutschen schauen MEHR Fernsehen. Brauchen sich die Sender also wirklich keine Sorgen zu machen? Betrachtet man die breite Masse, schauen die meisten Deutschen nat√ľrlich noch linear Fernsehen. Bei vielen Haushalten l√§uft der Fernseher allerdings nur nebenbei. Und immer mehr Zuschauer surfen w√§hrend des Fernsehens im Internet. Das zeigt auch die ARD/ZDF-Onlinestudie 2012.

ARD ZDF Online Studie

Bei mir l√§uft der Fernseher fast gar nicht mehr und das, obwohl ich mit linearem Fernsehen aufgewachsen bin. Damit ich den Fernseher einschalte, um das Fernsehprogramm linear zu verfolgen, ben√∂tige ich einen triftigen Grund. Bei Germanys next Topmodel¬†‚Äď ja ich gebe zu dass ich das schaue ‚Äď ist das beispielsweise die Erinnerung an die gemeinsamen Fernsehabende in der WG und der Wunsch sich auch alleine auf der Couch parallel zum Programm mit anderen auszutauschen. Da sind wir wieder beim Second Screen und Social TV angelangt. Ich habe in meinen WG-Zeiten mit meiner Mitbewohnerin aber auch mehrere Abende mit Sex and the City¬†Serienmarathons verbracht, also ein gemeinsamer on demand Konsum. Und selbst wenn ich heute Serien on demand schaue, lese ich sehr oft im Anschluss die Review auf Serienjunkies.de und die Kommentare der User. Warum ich das tue? Gerade bei Serien mit komplexen Inhalten wie z.B. Homeland oder Game of Thrones interessiert mich, wie andere die Folge aufgefasst haben. Vielleicht habe ich ja einen wichtigen Handlungsstrang verpasst? Fernsehinhalte sind aber nicht nur bei mir gespr√§chsw√ľrdig.

Tatort

W√§hrend sich der Zuschauer fr√ľher am n√§chsten Tag in der Schule oder im B√ľro √ľber das Fernsehprogramm des Vortages ausgetauscht hat, findet das heute eben parallel oder nachgelagert auf den verschiedenen Social Media Plattformen statt. Der Tatort ist eine der wenigen Ausnahmen, die fest zum Sonntagabend der Deutschen in allen Altersklassen dazugeh√∂rt. Hier schaut man noch linear, entweder im Kreise der Familie oder gemeinsam in einer Kneipe zum Public Viewing oder bei Twitter digital.

Bei der Jugend von heute spielt lineares Fernsehen aber fast gar keine Rolle mehr. Während die Fernsehmacher in ihren Vorträgen erzählt haben, wie rosig die Zukunft doch ist, widerlegen vier Jugendliche in dem Abschlusspanel des Kongresses zum Medienkonsum alle Aussagen der Redner.

TV Sendungen Filme √ľber Online Sourcen

Quelle: Solon Online Video Survey 2011

Die Altersgruppen 18-34 Jahren schauen TV Sendungen und Filme verst√§rkt online. F√ľr diese Zielgruppe ist Video on demand also bereits Alltag. Das haben auch die Jugendlichen im Panel best√§tigt. Sie suchen sich ihre Informationen bzw. Sendungen zielgerichtet im Web. Aus diesem Grund hat die junge Generation auch kein Interesse an einem Jugendsender. Die Aussage der Teens: Die Interessen der Jugendlichen sind so heterogen, die kann ein Sender eh nicht abbilden. Wenn sie Lust auf Musik habe, m√∂chten sie auch Musik schauen und nicht das was gerade im TV l√§uft. Sie stellen sich ihr TV Programm also selbst zusammen.

Halten wir also fest. Die ‚Äě√§ltere‚Äú Generation kennt noch das lineare Fernsehen und schaut auch noch klassisch TV, w√§hrend die Jungen Fernsehinhalte verst√§rkt on demand konsumieren. Wie ein Format wie die Tagesschaut √ľber die verschiedenen Altersgruppen genutzt wird, wurde am NewTV Kongress sehr sch√∂n am Beispiel der Tagesschau gezeigt.

Quelle: Beckmann (NDR) ‚Äď newTV Kongress HH - 2013

Quelle: Beckmann (NDR) ‚Äď newTV Kongress HH – 2013

W√§hrend die Tagesschau im linearen Programm um 20 Uhr von einem Altersdurchschnitt √ľber 60 Jahren geschaut wird, informieren sich die Altersgruppen um 36 Jahren √ľber die Tagesschau-App. Hier haben auch die Teens gesagt, die Tagesschau in 100 Sekunden schauen sie gerne, 15 Minuten sind zu lang. Sie m√∂chten bei Nachrichten angeteasert werden, bei den Punkten die sie interessieren informieren sie sich im Anschluss.

Der NDR hat erkannt, wo der Bedarf liegt und hat f√ľr die eigenen Inhalte die Regel ‚ÄěOnline first‚Äú erstellt. Sind Formate produziert, werden sie online gestellt. Das geschieht bei der Tagesschau aber auch bei Sendungen wie dem Tatortreiniger. Kritiker k√∂nnten nun sagen, dass diese Zuschauer nun beim linearen TV-Konsum wegfallen. Aber die On demand-Nutzung kannibalisiert das lineare Fernsehen nicht. Ganz im Gegenteil, wenn ich die Inhalte vorher sehe und sie mir gefallen, erz√§hlen ich das doch meinen Freunden und die schalten vielleicht beim klassischen Fernsehen ein.

Quelle: Beckmann (NDR) ‚Äď newTV Kongress HH - 2013

Quelle: Beckmann (NDR) ‚Äď newTV Kongress HH – 2013

Neben den 1,3 Mio Zuschauern im linearen Programm, wird die Soap Verbotene Liebe zusätzlich von 300.000 Zuschauern on demand konsumiert. Bei der Dokumentation der ARD zum Versandhändler Amazon war der Anteil der on demand Zuschauer fast identisch, wie der Anteil der linearen Zuschauer. Der Video on demand Konsum wird weiter steigen.

Insgesamt betrachtet steht also fest: Der Wandel der Mediennutzung macht auch vor dem Fernsehen nicht halt. Das lineare Fernsehen altert mit dem Zuschauer, die junge Generation kann mit dem linearen Fernsehen nicht mehr allzu viel anfangen. Das Fernsehprogramm ob es nun linear oder on demand konsumiert wird, l√∂st aber weiterhin Gespr√§chsbedarf aus. Am Beispiel der Tagesschau hat sich gezeigt, dass auch Sender wie der NDR mit entsprechenden (Online-) Angeboten junge Zuschauer erreichen k√∂nnen. Zur√ľcklehen ist also nicht, der Untertitel des NewTV Kongresses¬†Time for disruptions¬†sollten sich die Fernsehmacher also doch zu Herzen nehmen.

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Das bisschen Fernsehen, das wir brauchen, machen wir uns selber!

Das und der Hinweis „Wenn Zuschauer zur√ľcksenden“ war der Titel einer Session der Social Media Week. Und es trifft den Nagel auf den Kopf. Auch ein Grund warum wir die Oscar Verleihung mit Euch zusammen zu einem Social TV Event machen m√∂chten. Denn ich schaue selten Fernsehen, weil viel zu wenig interessante Inhalte geboten werden. Aber der Reihe nach. Der Titel der Session geh√∂rt zu den Konspirativen K√ľchenKonzerten. Ein Projekt, das ziemlich cool ist und von dem ich bisher noch nichts geh√∂rt hatte.

Was sind die Konspirativen K√ľchenKonzerte?

Die Konspirativen K√ľchenKonzerte sind eine Fernsehshow, die Live-Auftritte von Musikbands und Arbeiten darstellender K√ľnstler verbindet und gekocht wird auch noch. Frustriert √ľber den „Niedergang des informativen Musikfernsehens und die altert√ľmliche Darstellung von zeitgen√∂ssischer Kunst im TV“ ist dieses TV-Format 2009 enstanden. Zwei Jahre lang produzierte die Gruppe ohne TV-Erfahrung, ohne Geld und ohne gro√üen Sender das TV- und Web-Format. Das Event findet immer in der Wohnung von Marco Antonio Reyes Loredo statt. Er bekocht auch seine G√§ste. Da die sich die Rezepte aussuchen k√∂nnen, findet Ihr auf der Homepage die unterschiedlichsten Kreationen. Die Zuschauer d√ľrfen mitbestimmen, wer in die Sendung kommt und online gibt es massig Zusatzmaterial. Social Media wurde hier zu Beginn eigentlich nur mehr oder weniger zuf√§llig eingesetzt, daf√ľr ist die Sendung insgesamt ziemlich social. Das es ein wirklich tolles Format ist, zeigt sich an der erneuten Nominierung des Adolf-Grimme-Preises in der Kategorie Unterhaltung. Ich dr√ľcke auf jeden Fall die Daumen. Und Ihr k√∂nnt Euch jetzt erst einmal den Trailer anschauen.

Seit August 2011 ist die Sendung bei ZDF Kultur zu sehen. Das ZDF ist sowieso sehr fortschrittlich, was die Kombination von Social Media & Fernsehen betrifft. In der Sendung ZDF „log in“ darf der Zuschauer via Facebook & Co Fragen stellen und die G√§ste in der Sendung m√ľssen diese beantworten.

Auch die ARD zeigt sich durch die Kooperation mit Richard Gutjahr den neuen Medien auch nicht abgeneigt. Eine Rundschau Sendung habe ich noch nicht gesehen, kann also nicht davon berichten. Auf der Seite http://rundshow.gutjahr.biz/ sammeln die Betreiber jedoch Infos zum Thema Social TV und zum Konzept der Sendung. Es ist also nicht so, als ob sich die deutsche TV Landschaft gar nicht mit dem Thema beschäftigt. Hier und da gibt es erste Lichtblicke, die breite Masse bekommt davon jedoch noch nicht wirklich was mit.

In Amerika wird Social Media in allen Facetten selbstverständlich mit eingebunden. Viele Inhalte der Serienseiten weisen auf Social Media Inhalte hin.

Bei amerikanischen Serien wie „True Blood“ – ich liebe diese Serie!!! – oder „How I met your mother“ bieten die Sender massig Zusatzmaterial an. Zu Beginn der letzten Staffel von True Blood konnten Facebook Fans via App in die Welt von Bon Temps eintauchen und mit Eric chatten, die Bar Fangtasia hat eine eigene Facebook Fanpage (die allerdings von Fans betrieben wird) und der Vampir Jessica bloggt √ľber ihr Leben unter der URL http://www.babyvamp-jessica.com/. Die Wartezeit bis zur n√§chsten Staffel wird den Fans durch den Inside Blog vers√ľ√üt.

Was ich bei HIMYM so toll finde ist, dass jede Webseite die in der Serie erw√§hnt wird, wirklich erstellt wird. Dazu z√§hlen u.a.¬†http://barneysvideoresume.com/ oder¬†http://itwasthebestnightever.com/.¬†Dann gibt es nat√ľrlich den Blog und Twitteraccount von Barney, einen Podcast und einen YouTube Kanal von HIMYM und CBS auf dem so wunderbare Videos zu finden sind, wie das Musikvideo von Robin Sparkles.

Bevor selbst die amerikanischen Sender solche Inhalte angeboten haben, haben ein paar Serienfans Seiten wie¬†http://www.serienjunkies.de/ oder¬†http://www.myfanbase.de/ aufgebaut. Auf diesen Seiten findet man sehr viele Hintergrundinformationen, Episodenbeschreibungen und Reviews zu Serien und den Schauspielern.¬†In eine √§hnliche Richtung geht die Seite¬†http://www.sidereel.com/. Die Besucher der Seite k√∂nnen allerdings nicht nur Informationen wie bei Serienjunkies und myFanbase nachlesen, die Betreiber erstellen ihr eigenes Fernsehen. Der hohe Nutzen solcher Seiten zeigt das Bed√ľrfnis der User an solchen Inhalten. Und da w√§ren wir wieder beim Punkt: Wenn die Sender keine relevanten Inhalte liefern, machen wir – die Zuschauer – uns unser Fernsehen selbst.

Die wirklich interessanten Mehrwertinformationen, beispielsweise Backstage Informationen vom Set, könnten die Fernsehsender jedoch nur selbst liefern.

Screenshot der Tatort Fanpage
Screenshot der Tatort Fanpage
Der Tatort wird in Deutschland schon seit Jahren auf Twitter diskutiert. Irgendwann wurde die Tatort Fanpage erstellt und jetzt unterhalten sich die Nutzer auch auf Facebook √ľber die Sendung. Die Fanpage hat mittlerweile eine halbe Millionen Fans.¬†Der Post zum Tatort vom 12. Februar hatte knapp 600 Kommentare, kein einziger davon stammt von den Betreibern der Fanpage. Warum sucht man nicht den Dialog mit den Usern? Auf der Fanpage werden meist Informationen zum n√§chsten Tatort (Sendezeit) und der Link zur Mediathek gepostet. Ab und zu gibt es auch Zusatzinformationen wie Outtakes, Special Effects etc. Auf der Webseite der ARD gibt es noch viel mehr Informationen.¬†Warum wird das bei Facebook nicht genutzt? Stellt Euch mal vor, ein Schauspieler vom Tatort w√ľrde zusammen mit den Online Nutzern den laufenden Tatort im Fernsehen diskutieren?
„Gemeinsam ermitteln macht mehr Spa√ü als alleine auf der Couch“. Ja, finden wir auch. Aber auf der Fanpage wird man in die n√§chste Kneipe zum Public Viewing geschickt. Die ARD und die Zuschauer schauen in jedem Fall getrennt.

Wenn man sich mit dem Thema Social TV besch√§ftigt, stolpert man auch fr√ľher oder sp√§ter √ľber die Apps wie GetGlue und Miso. W√§hrend die ersten Unternehmen verschiedene Location Based Services f√ľr das Marketing eingesetzt haben, werden in den n√§chsten Jahren Aktionen mit Social TV Apps folgen.

In Amerika konnten die User via GetGlue zuletzt beim Superbowl einchecken. Auch die Oscar Verleihung ermuntert die User das zu tun. Beide Veranstaltungen haben Social Media sehr intensiv eingesetzt. In Amerika werden die Oscars nat√ľrlich auch live mit dem Partner Mass Relevance, wie schon letztes Jahr, begleitet.¬†Die User k√∂nnen vorab mitteilen, welcher Film sie bisher am meisten beeinflusst hat und Fragen f√ľr den Red Carpet stellen.

Auf der Webseite von ProSieben gibt es zwar massig Infos, aber der unserer Meinung nach wichtige Schritt und zwar die Diskussionen und der Austausch während der Oscar Verleihung mit dem Zuschauer, fehlt. Warum eigentlich? Liebes Oscar Team von ProSieben, Ihr habt die ganzen Zusatzinfos. Ihr könnt die Fragen der User während der Verleihung doch sicher bestens beantworten. Wir laden Euch hiermit ein, mit uns auf makesocial.tv die Oscar Verleihung live mitzuerleben!

Wer unsere Seite nicht besuchen möchte, kann sich durch den Javascript Code auch den Stream in seine eigene Webseite einbinden. Den Embedded Code findet Ihr rechts oben auf der Seite makesocial.tv.

Jetzt habe ich wieder so viel geschrieben, aber es ist nat√ľrlich noch l√§ngst nicht alles gesagt. Ich k√∂nnte hier noch zahlreiche Beispiele und M√∂glichkeiten durchgehen. Vielleicht beim n√§chsten Artikel ūüėČ

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Social TV – Wie kann man ein TV-Ereignis und Social Media verbinden

In angloamerikanischen L√§ndern ist Fernsehen bereits l√§ngst nicht mehr das, was es einmal war. Fr√ľher haben sich die Zuschauer ausschlie√ülich vom TV Programm berieseln lassen. Die einzige T√§tigkeit lag beim Programmwechsel beim Zappen via Fernbedienung. Heute l√§uft zeitgleich zum TV auch der PC oder der User hat das Smartphone im Blickfeld. Viele Zuschauer unterhalten sich vor allem via Twitter und Facebook √ľber Serien und TV Ereignisse mit anderen Usern und die Sender diskutieren mit. Generell geht es bei Social TV um Fernsehen, das interaktiv wird und es geht um den Dialog zwischen den Nutzern und den Fernsehsendern.


Nutzungsarten von Twitter und Facebook beim TV-Konsum, Quelle: TVGuide.com

Laut dem Marktforscher GfK nutzen britische Zuschauer unter 35 Jahren vor allem Facebook um sich mit Freunden √ľber das TV-Programm zu unterhalten, w√§hrend sie vor der Mattscheibe sitzen. In den USA sind bereits 40 Prozent der Zuschauer, die ein Smartphone oder Tablet-PC besitzen, parallel zum Fernsehen online.
Jonathan Taplin, Professor f√ľr Neue Medien und Direktor des Annenberg Innovation Lab in Los Angeles, sieht einen enormen Trend zum Social TV: „Interaktives Fernsehen ist uns seit mehr als 20 Jahren versprochen worden, aber es ist nie etwas daraus geworden“. Nach Taplin lag das bisher an der Fernbedienung, die f√ľr nichts anderes tauge, als den Kanal zu wechseln. Jetzt im Zeitalter von Smartphone oder Tablet-PC, √§ndert sich das: „Man hat diese Ger√§te st√§ndig in Griffweite, also nutzt man sie auch.“ (Quelle: Stern)

Social TV in Deutschland

In Deutschland hat die Verbindung von TV und Social Media durch den Tatort erste Ber√ľhrungspunkte erhalten. Nachdem sich der Tatort als gemeinsames Online-Erlebnis etabliert hatte, wurden auch weitere TV-Formate wie z.B. ‚ÄúBauer sucht Frau‚ÄĚ oder ‚ÄúDeutschland sucht den Superstar‚ÄĚ auf Twitter oder Facebook online diskutiert. Dadurch wird das konsumieren einer Sendung zu einem Gemeinschaftserlebnis. Die Nutzer tauschen sich aus und spekulieren √ľber den weiteren Verlauf der Sendung. Der fr√ľher so beliebte gemeinsame Fernsehabend mit der ganzen Familie erh√§lt durch die technologische Entwicklung und die ¬†M√∂glichkeiten von Social Media eine Renaissance. Allerdings diskutieren hier die User gr√∂√ütenteils nur untereinander, w√§hrend die Fernsehsender das Potential scheinbar noch gar nicht richtig erkennen. ¬†
Es l√§sst sich nicht genau spezifizieren, ob und in welchem Umfang die Fernsehsender diese Gespr√§che √ľberhaupt wahrnehmen.

Twitter und Facebook im Deutschen Fernsehen, Quelle: AppAdvisors

Viele Deutsche Sender stehen bez√ľglich Social TV noch am Anfang. Zu aktuellen Beispielen geh√∂ren ProSieben und Sat.1 mit der Castingshow ‚ÄúThe Voice‚ÄĚ und „Gottschalk TV“ von der ARD.
√úber die App ‚ÄúThe Voice of Germany Connect‚ÄĚ konnten die Zuschauer via PC, Tablet oder Smartphone die Twitter-Timeline zum Hashtag #voice und die Facebook-Updates der Show verfolgen und im Chat mit Facebook-Freunden diskutieren. Eine wirkliche Diskussion zwischen Sender und Zuschauer fand allerdings nicht statt. Beim Hashtag #voice wurde nicht mit einem Sprachfilter gearbeitet, so dass auch viele irrelevante Tweets auftauchten. Verbesserungsw√ľrdig ist auch die Integration von Social Media in die Show selbst. W√§hrend der Sendung wurden bspw. nur vereinzelt Tweets vorgelesen oder kurzzeitig eingeblendet. Oft wirkte die Integration von Social Media dar√ľber hinaus etwas zu gewollt. Insgesamt ist die ProSiebenSat1 Media AG trotzdem auf dem richtigen Weg.

Im Gegensatz zur ProSiebenSat1 Media AG bindet die ARD mit Ihrer Sendung ‚ÄúGottschalk TV‚ÄĚ die sozialen Kommunikationskan√§le noch weniger ein. Beim neuen Fernsehformat mit Thomas Gottschalk wurde angek√ľndigt, dass Social Media eine besondere Rolle spielen soll. Die Idee war gut und wurde im Vorfeld sehr stark im Netz thematisiert. Das hohe Kommunikationsvolumen im Vorfeld hat dann auch zu einer guten Einschaltquote der ersten Sendung gef√ľhrt. Das Format an sich und die mangelnde Integration von Social Media f√ľhrte jedoch zu einer schnellen Ern√ľchterung. Social Media spielt bei Gottschalk TV nur eine untergeordnete Rolle und wird kaum oder gar nicht erw√§hnt. Der Sender verspielt hier (noch) sehr viel Potential.


Wie könnte man Social TV effektiver einsetzen?

Wenn sich die Nutzer √ľber eine Sendung online austauschen, k√∂nnten TV-Sender durch eine aktive Teilnahme an den Gespr√§chen sowie das Streuen von ‚Äúexklusiven‚ÄĚ Zusatzinformationen den Usern einen Mehrwert bieten. Die Sendung ‚ÄúGottschalk TV‚ÄĚ k√∂nnte z.B. Links zu Seiten und Projekten der G√§ste, Fotos oder kurze Videos aus dem Backstagebereich etc. einbinden. Und warum fragt man die Zuschauer nicht, welche Fragen sie an die G√§ste haben und beantwortet diese Live in der Sendung? Thomas Gottschalk k√∂nnte sich z.B. auch durch Gespr√§che mit seinen G√§sten √ľber deren Erfahrungen mit Twitter & Co. austauschen um damit sich und die Zuschauer in das Themenfeld Social Media einzuf√ľhren.

Dies w√ľrde nicht nur eine Steigerung der Kundenzufriedenheit und -bindung mit sich bringen, sondern erm√∂glicht den TV-Sendern auch ein direktes Feedback zu den Sendungen zu erhalten. Dieses Feedback kann z.B. zur Verbesserung zuk√ľnftiger Sendungen, Ideengenerierung und Trendforschung eingesetzt werden.

Social TV meets Oscars

Wir haben uns dazu entschieden zumindest den Teil, den wir ohne Hilfe der Sender beeinflussen k√∂nnen, so umzusetzen wie wir uns das w√ľnschen w√ľrden und haben uns als erstes Event f√ľr die Oscar Verleihung in der Nacht vom 26.02.2012 auf den 27.02.2012 entschieden. Das Team welches f√ľr Euch zusammen die Oscar-Nacht zu einem besonderen Social TV Erlebnis machen m√∂chte, setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:

Mit Couchfunk haben wir einen Anbieter gefunden der sich auf das Themenfeld Social TV spezialisiert hat und auf t3n bereits im Artikel ‚ÄúDas Fernsehen im Wandel ‚Äď Second-Screen-Apps f√ľr den Social-TV-Konsum‚ÄĚ vorgestellt wurde.
Technologisch arbeiten wir mit der von Couchfunk entwickelten App. Diese wurde f√ľr Euch auf einer eigens aufgesetzten Website eingebunden. Zum anderen haben alle die M√∂glichkeit √ľber einen Javascript Code den Stream in jede x-beliebige Website einzubinden.

So k√∂nnt Ihr Euren Lesern die M√∂glichkeit geben auch √ľber Eure Seite an diesem Event teilzunehmen. Es gibt verschiedene Optionen, wie Ihr Euch mit uns und den anderen Teilnehmern austauschen k√∂nnt. Um Beitr√§ge zu verfassen k√∂nnt Ihr entweder ein Benutzerkonto anlegen oder Euch mit Eurem Facebook Account einloggen. Es besteht aber auch die M√∂glichkeit √ľber einen Gast-Account ohne LogIn teilzunehmen. Zus√§tzlich flie√üen alle Tweets mit dem Hashtag #makesocialtv in die App ein. Alle Beitr√§ge k√∂nnt Ihr auch via Twitter und Facebook teilen.¬†

Wir werden f√ľr Euch die gesamte Oscar Verleihung kommentieren und moderieren. Zus√§tzlich werden wir Euch mit Zusatzinformationen versorgen. Von Trailern, √ľber historische Informationen zu den Oscars bis hin zu allen wichtigen Infos zu den Filmen und Schauspielern wird alles vertreten sein. Nat√ľrlich stehen wir Euch auch f√ľr Fragen zur Verf√ľgung und freuen uns auf den Dialog mit Euch.

Ist das jetzt Social TV?

Diese Frage l√§sst sich ziemlich einfach beantworten. Nein, nat√ľrlich ist dies nicht die endg√ľltige Definition von Social TV. Als Sender hat man noch viel mehr M√∂glichkeiten auf das Geschehen im Netz einzugehen und dies wieder in der Sendung aufzugreifen. Das Potential f√ľr die Kombination aus TV und dem Social Web ist enorm und hier sind der Phantasie auch fast keine Grenzen gesetzt. ¬†Auch wir haben noch viel mehr Ideen um das Erlebnis f√ľr die Nutzer noch zu intensivieren. Diese werden wir in k√ľnftige Social TV Events mit einflie√üen lassen. Die Oscar-Verleihung wird das Start-Event f√ľr weitere Projekte sein. Sowohl konzeptionell als auch technologisch werden wir diese Events noch verfeinern und ausbauen. Wir freuen uns auf ein tolles Social TV Event mit Euch!


Dieser Artikel wurde von mir und Stephan Röbbeln verfasst.

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