TV on the move – Time for Disruptions

Fernsehen das Lagerfeuer, das die Familie im heimischen Wohnzimmer versammelt. Glaubt man den Rednern des NewTV Kongresses, der am 18. April in Hamburg stattgefunden hat, geht es dem Fernsehen gut. Der durch den Untertitel Time for Disruptions suggerierte Wandel ist ĂŒberhaupt nicht nötig, denn fast in jedem Vortrag wird dem Publikum erzĂ€hlt: Der lineare Konsum steigt, die Deutschen schauen MEHR Fernsehen. Brauchen sich die Sender also wirklich keine Sorgen zu machen? Betrachtet man die breite Masse, schauen die meisten Deutschen natĂŒrlich noch linear Fernsehen. Bei vielen Haushalten lĂ€uft der Fernseher allerdings nur nebenbei. Und immer mehr Zuschauer surfen wĂ€hrend des Fernsehens im Internet. Das zeigt auch die ARD/ZDF-Onlinestudie 2012.

ARD ZDF Online Studie

Bei mir lĂ€uft der Fernseher fast gar nicht mehr und das, obwohl ich mit linearem Fernsehen aufgewachsen bin. Damit ich den Fernseher einschalte, um das Fernsehprogramm linear zu verfolgen, benötige ich einen triftigen Grund. Bei Germanys next Topmodel – ja ich gebe zu dass ich das schaue – ist das beispielsweise die Erinnerung an die gemeinsamen Fernsehabende in der WG und der Wunsch sich auch alleine auf der Couch parallel zum Programm mit anderen auszutauschen. Da sind wir wieder beim Second Screen und Social TV angelangt. Ich habe in meinen WG-Zeiten mit meiner Mitbewohnerin aber auch mehrere Abende mit Sex and the City Serienmarathons verbracht, also ein gemeinsamer on demand Konsum. Und selbst wenn ich heute Serien on demand schaue, lese ich sehr oft im Anschluss die Review auf Serienjunkies.de und die Kommentare der User. Warum ich das tue? Gerade bei Serien mit komplexen Inhalten wie z.B. Homeland oder Game of Thrones interessiert mich, wie andere die Folge aufgefasst haben. Vielleicht habe ich ja einen wichtigen Handlungsstrang verpasst? Fernsehinhalte sind aber nicht nur bei mir gesprĂ€chswĂŒrdig.

Tatort

WĂ€hrend sich der Zuschauer frĂŒher am nĂ€chsten Tag in der Schule oder im BĂŒro ĂŒber das Fernsehprogramm des Vortages ausgetauscht hat, findet das heute eben parallel oder nachgelagert auf den verschiedenen Social Media Plattformen statt. Der Tatort ist eine der wenigen Ausnahmen, die fest zum Sonntagabend der Deutschen in allen Altersklassen dazugehört. Hier schaut man noch linear, entweder im Kreise der Familie oder gemeinsam in einer Kneipe zum Public Viewing oder bei Twitter digital.

Bei der Jugend von heute spielt lineares Fernsehen aber fast gar keine Rolle mehr. WÀhrend die Fernsehmacher in ihren VortrÀgen erzÀhlt haben, wie rosig die Zukunft doch ist, widerlegen vier Jugendliche in dem Abschlusspanel des Kongresses zum Medienkonsum alle Aussagen der Redner.

TV Sendungen Filme ĂŒber Online Sourcen

Quelle: Solon Online Video Survey 2011

Die Altersgruppen 18-34 Jahren schauen TV Sendungen und Filme verstĂ€rkt online. FĂŒr diese Zielgruppe ist Video on demand also bereits Alltag. Das haben auch die Jugendlichen im Panel bestĂ€tigt. Sie suchen sich ihre Informationen bzw. Sendungen zielgerichtet im Web. Aus diesem Grund hat die junge Generation auch kein Interesse an einem Jugendsender. Die Aussage der Teens: Die Interessen der Jugendlichen sind so heterogen, die kann ein Sender eh nicht abbilden. Wenn sie Lust auf Musik habe, möchten sie auch Musik schauen und nicht das was gerade im TV lĂ€uft. Sie stellen sich ihr TV Programm also selbst zusammen.

Halten wir also fest. Die „Àltere“ Generation kennt noch das lineare Fernsehen und schaut auch noch klassisch TV, wĂ€hrend die Jungen Fernsehinhalte verstĂ€rkt on demand konsumieren. Wie ein Format wie die Tagesschaut ĂŒber die verschiedenen Altersgruppen genutzt wird, wurde am NewTV Kongress sehr schön am Beispiel der Tagesschau gezeigt.

Quelle: Beckmann (NDR) – newTV Kongress HH - 2013

Quelle: Beckmann (NDR) – newTV Kongress HH – 2013

WĂ€hrend die Tagesschau im linearen Programm um 20 Uhr von einem Altersdurchschnitt ĂŒber 60 Jahren geschaut wird, informieren sich die Altersgruppen um 36 Jahren ĂŒber die Tagesschau-App. Hier haben auch die Teens gesagt, die Tagesschau in 100 Sekunden schauen sie gerne, 15 Minuten sind zu lang. Sie möchten bei Nachrichten angeteasert werden, bei den Punkten die sie interessieren informieren sie sich im Anschluss.

Der NDR hat erkannt, wo der Bedarf liegt und hat fĂŒr die eigenen Inhalte die Regel „Online first“ erstellt. Sind Formate produziert, werden sie online gestellt. Das geschieht bei der Tagesschau aber auch bei Sendungen wie dem Tatortreiniger. Kritiker könnten nun sagen, dass diese Zuschauer nun beim linearen TV-Konsum wegfallen. Aber die On demand-Nutzung kannibalisiert das lineare Fernsehen nicht. Ganz im Gegenteil, wenn ich die Inhalte vorher sehe und sie mir gefallen, erzĂ€hlen ich das doch meinen Freunden und die schalten vielleicht beim klassischen Fernsehen ein.

Quelle: Beckmann (NDR) – newTV Kongress HH - 2013

Quelle: Beckmann (NDR) – newTV Kongress HH – 2013

Neben den 1,3 Mio Zuschauern im linearen Programm, wird die Soap Verbotene Liebe zusÀtzlich von 300.000 Zuschauern on demand konsumiert. Bei der Dokumentation der ARD zum VersandhÀndler Amazon war der Anteil der on demand Zuschauer fast identisch, wie der Anteil der linearen Zuschauer. Der Video on demand Konsum wird weiter steigen.

Insgesamt betrachtet steht also fest: Der Wandel der Mediennutzung macht auch vor dem Fernsehen nicht halt. Das lineare Fernsehen altert mit dem Zuschauer, die junge Generation kann mit dem linearen Fernsehen nicht mehr allzu viel anfangen. Das Fernsehprogramm ob es nun linear oder on demand konsumiert wird, löst aber weiterhin GesprĂ€chsbedarf aus. Am Beispiel der Tagesschau hat sich gezeigt, dass auch Sender wie der NDR mit entsprechenden (Online-) Angeboten junge Zuschauer erreichen können. ZurĂŒcklehen ist also nicht, der Untertitel des NewTV Kongresses Time for disruptions sollten sich die Fernsehmacher also doch zu Herzen nehmen.

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Social TV in Deutschland – Status Quo und Ausblick

Die Vorstellung darĂŒber, was Social TV nun eigentlich ist, gehen ungefĂ€hr so weit auseinander, wie der Sprung von Felix Baumgartner tief war. Die wohl einfachste Definition ist die VerknĂŒpfung von Social Media und Fernsehen. Dabei steckt hinter dem Trend deutlich mehr als nur ein Tweet zum Tatort. Es steht als Sinnbild fĂŒr eine sich verĂ€nderte Fernsehlandschaft, das einigen großen Playern das Mark in den Knochen gefrieren lĂ€sst. HĂ€tten doch nur Print- und Musikindustrie so ein wundervolles Schlagwort gehabt.

Ein Spruch den man in letzter Zeit öfter hört wenn es um Fernsehen geht lautet: “Ich hab aber gar keinen Fernseher mehr”. Es gibt sicher auch viele Menschen, die kein Radio mehr haben, aber hören sie deswegen keine Musik mehr? Fernsehen ist schon lange nicht mehr nur das Konsumieren linearer TV-Inhalte. TV-Signale via Kabel, Antenne, IP und Satellit und deren Darstellung auf einem Fernseher sind nur eine Möglichkeit “fernzusehen”. Genauso wie ein festes Programmschema quasi nur ein Serviervorschlag fĂŒr Bewegtbildinhalte ist. LĂ€ngst können Sendungen auch ĂŒber Mediatheken, Videoportale und Online-Videotheken abgerufen werden. Es wĂ€re durchaus sinnvoll den Konsum von Bewegtbildinhalten in seiner Gesamtheit als „Fernsehen“ zu betrachten, nicht nur das „klassische“ lineare TV – aufgrund des Programms einiger Sender dĂŒrfte an dieser Stelle auch keine QualitĂ€tsdebatte zur Abgrenzung des Begriffs “Fernsehen” losgetreten werden.

Auch das Sehverhalten kann kaum abgegrenzt werden. Schaut Papa noch Fern wÀhrend die Tochter iPad guckt? Es ist doch eher so, dass auf dem GerÀt geschaut wird, das gerade zur Hand ist, egal ob TV, Smartphone, Tablet oder Notebook.

Ab wann ist ein Service nun Social? Nahezu jede Anwendung im Netz lĂ€sst mittlerweile Austausch unter den Nutzern zu, oder verlĂ€sst sich auf Daten, die durch Nutzer generiert werden. Von “social” im engeren Sinne können wir also immer dann sprechen wenn: Ich etwas mache, das auf andere Einfluss hat (z.B. eine Sendung bewerten oder kommentieren), ich durch Dritte beeinflusst werde (z.B. ein TV Tipp eines Freundes per Mail), wenn ich zusehe, was eine oder mehrere Personen machen (z.B. den Twitter-Stream wĂ€hrend des Tatorts lesen), mich selber einbringe (z.B. ein YouTube Video hochlade), mit anderen Nutzern zusammen etwas gestalte (z.B. ein gemeinsamer Hangout), oder aber durch die Daten, die eine große Gruppe erzeugt hat profitiere. (z.B. bessere Orientierung bei IMDb oder iTunes durch Ranking der meistgekauften Apps oder beliebtesten Filme).

Zusammenfassend bezeichnet Social-TV das Zusammenspiel aus Bewegtbildinhalten, zusÀtzlichen (nutzergenerierten) Inhalten dazu, den Interessen und sozialen Beziehungen der Nutzer, und den (Nutzungs-)Daten, die sie erzeugen.

Social Media und Fernsehen

Auch wenn das Thema Social TV gehyped ist, die Service-Revolution im Fernsehmarkt lĂ€uft langsam. Steigende Zahlen mobiler EndgerĂ€te sind eine Voraussetzung, schnelle Internetverbindungen und ein heimisches W-LAN sind weitere. Der grĂ¶ĂŸte Treiber fĂŒr die VerĂ€nderungen im TV Bereich aber sind Schnittstellen (APIs) und eine gute “User Experience” des jeweiligen Service. Erst durch sie werden wir unabhĂ€ngig vom EndgerĂ€t und können konsumieren wo und wie wir wollen. Besonders beliebt ist dabei das Zusammenspiel eines Fernseher und einem weiteren mobilen Device, vorzugsweise eines Smartphone oder Tablet. Der Nutzungsschwerpunkt unserer mobilen Helfer liegt nĂ€mlich nicht unterwegs sondern in den heimischen vier WĂ€nden.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Nutzung des mobilen EndgerĂ€tes und des TV befinden wir uns in einem Second Screen Szenario. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Nutzung zur Steuerung, Unterhaltung oder Information geschieht. Second Screen Szenarien nehmen eine Sonderrolle im Social TV ein, da man sich von ihnen nicht nur ein erweitertes Storytelling oder ein besonders großartiges Nutzungserlebnis verspricht, sondern auch Tune-In-Effekte zum linearen TV. Erste vielversprechende GeschĂ€ftsmodelle zeichnen sich mit (Werbe-)Angeboten, die sich auf den Inhalt des First Screen beziehen und mit dem mobilen GerĂ€t einen Performancekanal bekommen, ab. Im E-Commerce macht man sich diese Möglichkeiten bereits erkannt und schaltet gezielt mobile Werbung zur TV-Primetime.

Aufgrund der Vielseitigkeit von Social TV setzt jeder Dienst seine eigenen Schwerpunkte. Dabei lÀsst sich grob in die Kategorien: Hardwaresteuerung & Zugang, Unterhaltung & Interaktion, Content & Information, Empfehlen & Entdecken sowie Daten & Analyse unterteilen.

Trendrr.TV Social TV Ecosystem 2011 – 2012

NatĂŒrlich wird Social-TV nicht nur durch 3rd-Party-Apps getrieben – auch die TV Netzwerke selbst nutzen die Möglichkeiten das interessierte Publikum nĂ€her an sich zu binden. Das geschieht zumeist ĂŒber PrĂ€senzen in den drei großen Netzwerken Facebook, Google+ und Twitter. Besonders erfolgreich: Das Format „Berlin Tag & Nacht“ mit ĂŒber 2,5 Mio. Fans auf Facebook. Über den Tag verteilt werden zur StoryverlĂ€ngerung Clips, Bilder und Statements der Darsteller eingespielt – das Konzept funktioniert und hat mit Köln 50667 bereits einen weiteren Ableger. RTL2 hat zudem gezeigt, dass sie ihre Zuschauer nicht nur dazu animieren können, ihre Lieblingssendung, sondern auch weitere Inhalte des TV-Programms von RTL2 zu konsumieren. Die Bewohner von “Berlin – Tag und Nacht” haben gemeinsam mit den Zuschauern einen “Dirty Dancing”-Fernsehabend gestaltet. WĂ€hrend im Fernsehen Dirty Dancing lief, könnte der Zuschauer live auf der Seite von RTL2 oder via Smartphone mit der App dabeisein, wenn die WG den Film schaut. DarĂŒber hinaus wurden die Zuschauer beispielsweise daran beteiligt zu entscheiden, welche Pizza nun fĂŒr den Familienabend bestellt wurde.

Ein Ă€hnliches Erlebnis konnte die Zuschauer der Sendung “Walulis sieht fern” erleben. WĂ€hrend der Ausstrahlung der ersten Folge einer neuen Staffel, waren die Macher der Sendung live dabei. Die Zuschauer konnten ihre Fragen zur Sendung per Chat an Tobis und Philipp von Walulis stellen.

Wenn Sender heute von Social TV sprechen, ist meistens das fast schon standardisierte Angebot fĂŒr Zuschauern ĂŒber Webseiten, mit eigenem Kommentarsystem, der Integration von Twitter & Facebook in unterschiedlicher QualitĂ€t und zusĂ€tzliche Informationen und Inhalte zur laufenden Sendung gemeint. Bei einigen Formaten werden die Nutzer oder Ihre Kommentare sogar direkt in die Sendung integriert. GrĂ¶ĂŸere Ereignisse wie “Wetten, dass…?”, Fußballspiele, Wahlen und der Tatort werden eigentlich immer mit Zusatzangeboten abgedeckt.

Überhaupt sind die Öffentlich-rechtlichen-Sender recht aktiv bei der zusĂ€tzlichen VerknĂŒpfung von Formaten mit Social Media – wenn auch selten mit direkten RĂŒckkanal in eine Sendung herein. In der “Netzgemeinde” besonders beliebt war Format “rundshow” mit Richard Gutjahr. Über die dazugehörige App “Die Macht” konnten Zuschauer direkt Kommentare zur Sendung an die Sendungsmacher schreiben, zu Themen abstimmen und wĂ€hrend der Sendung Applaus spendieren. Auch wenn es Kritik zur Bild und Ton-QualitĂ€t eines per Hangout zugeschalteten Gastes gab, die rundshow bot die bis heute tiefste Integration von Zuschauern in eine deutsche TV-Sendung, den “Superball”, “Pronto Salvatore” und “Hugo” mal ausgeschlossen ;D

Besonders gelungen war auch die VerlĂ€ngerung des Tatorts “Der Wald steht schwarz und schweiget” der zudem zeigte, dass Social TV mehr ist als nur Facebook & Twitter. WĂ€hrend in der Show die TatverdĂ€chtigen zusammenhielten und sich zu keinem GestĂ€ndnis bewegen ließen, konnte der Zuschauer durch ein paar geschickte Verhöre im an die Sendung angeschlossenen Spiel einen der TatverdĂ€chtigen zum GestĂ€ndnis bewegen und so den Mörder finden.
Eine weitere Möglichkeit, wie man die Zuschauer in ein Format einbinden kann, zeigt die Sendung quer vom Bayerischen Rundfunk. Über mehrere Wochen hatten die Zuschauer die Möglichkeit, die Sendung live auf der Webseite mitzuferfolgen, ihre Kommentare abzugeben und schließlich in einem Hangout (Online-Aftershow) dem Moderator und seinem Team ein direktes Feedback zur Sendung zu geben. Die Einbindung von Social Media ist seitdem fester Bestandteil des Formats.

 

Status Quo

Auch wenn bei Großereignissen schon einmal 15.000 Tweets von 10.000 Nutzern verfasst werden, der Anteil von Nutzern, die aktiv sozialen Austausch zu einem Programm auf Twitter betreiben ist im Vergleich zur Quote sehr gering. Bei Samstagabend-Formaten mit durchschnittlich 6 Mio. Zuschauern, entspricht das noch nicht einmal 0,2% der Zuschauer, die sich an Diskussionen auf Twitter beteiligen.

Werden zusĂ€tzliche Informationen ausgespielt und im Fernsehen Verweise zum Angebot eingeblendet sieht die Statistik etwas besser aus. So fĂŒhrten 40.000 Webseiten parallele Abrufe wĂ€hrend des Films “Rommel” bei, 6,4 Mio Zuschauer immerhin zu einer “Social TV Beteiligung” von 0,6%. Die 60.000 nachgelagerten Abrufe eingerechnet ergibt dies knapp 1,6% Beteiligung. Etwa 1.000 Nutzer nahmen zusĂ€tzlich an der Diskussion zum Programm teil.

Bei Berlin Tag & Nacht steht den 2,5 Mio. Facebook Fans eine Einschaltquote von ca. 1. Mio Zuschauern gegenĂŒber. Dieser Umstand lĂ€sst u.a. folgende RĂŒckschlĂŒsse zu:

  1. Die Einschaltquote wird falsch gemessen,
  2. Es gibt mindestens 2,5 Mio Zuschauer, die das Format Berlin Tag & Nacht grundsĂ€tzlich interessant finden – 40% von Ihnen sind “Wiederkehrende Zuschauer”
  3. 60% der ehemaligen Zuschauer erreiche ich nur noch durch die VerknĂŒpfung mit Social Media, sonst hĂ€tten sie sich bereits völlig von meinem Format verabschiedet
  4. Der Großteil der BerlinTN Fans schaut die Sendung nicht live sondern nachgelagert. Der Umkehrschluss wĂŒrde bedeuten, dass ich einen Großteil meiner Zuschauerschafft auf anderen KanĂ€len besser erreiche, als im linearen TV.

Auch die privaten Sender besetzen den Begriff Social TV mit ihren Angeboten. ProSiebenSat.1 und RTL bietet mit “ProSieben Connect” und “RTLinside” eigene Lösungen an. Neben Kommentaren und Videoabrufen sind so z.B. auch Check-Ins möglich. WĂ€hrend “The Voice of Germany” konnten die Nutzer durch ihre Beteiligung sogar zusĂ€tzliche Preise gewinnen. Votings fĂŒr Kandidaten, die aus der App stammten wurden ebenfalls mit einberechnet und auch live in der Sendung eingeblendet. ZusĂ€tzlich positiv bei “The Voice” fĂ€llt die Bespielung der Social Media Profile der Kandidaten und der Jury auf – ob das am Sender oder an den Formatvorgaben liegt sei dahingestellt.

Sowohl RTL als auch ProSiebenSat.1 bieten in Ihren Apps darĂŒber hinaus zusĂ€tzliche Inhalte zu den Sendungen an. Ob Social TV damit schon am Ende seiner Möglichkeiten ist, darf bezweifelt werden. Gerade von den Öffentlich-Rechtlichen werden wir in 2013 wohl noch mehr sehen, als das, was bisher gezeigt wurde. Dabei ist der ÖR klar im Vorteil, was die DurchfĂŒhrung von Social TV Maßnahmen angeht: Im Gegensatz zu den privaten haben sie nĂ€mlich weder Gewinnerzielungsabsichten, noch mĂŒssen sie ihre Maßnahmen einer Kosten/Nutzen Rechnungen unterwerfen. Auf diese Weise dĂŒrften noch viele interessante VerknĂŒpfungen entstehen, mit denen wir heute noch gar nicht rechnen.

Wenn es nicht funktioniert

Es gibt noch keine geschriebenen Gesetze, wie man Formate und Menschen erfolgreich verknĂŒpft. Daher bedeutet Social TV immer auch Trial & Error. Groß angekĂŒndigt und am Ende nach mehreren Umbaumaßnahmen doch eingestellt wurde z.B. “Gottschalk Live”. Es war kein wirkliches Social Media Desaster, das Konzept aber lieblos umgesetzt, vom Moderator nicht ernst genommen und aufgrund der fehlenden AuthentizitĂ€t am Ende vom Publikum gemieden. Auch beim Vorzeigeprojekt “Rundshow” war nicht alles rosig: Von der Möglichkeit Videos als Botschaften zur Sendung zu schicken, wurde quasi nicht Gebrauch gemacht. Neben dem “Aufwand” fĂŒr ein Video dĂŒrfte wohl auch die Angst, sein Gesicht im TV zu sehen, eine entscheidende Rolle gespielt haben. Oder auch nicht? Auch der NDR hatte bei “Mein Norden” eine Ă€hnliche Aktion: Zuschauer konnten Videos aus ihrem Leben im Norden einreichen. Was zunĂ€chst aussah, als wĂŒrde es ein Desaster werden, wurde am Ende ein Erfolg. Die Zuschauer hatten sich nur einfach viel Zeit genommen, um wirklich gutes Material zu erstellen.

Generell gibt es nur eine begrenzte Anzahl von Formaten, die zur parallelen Unterhaltung von Nutzern geeignet sind. Die Hochschule fĂŒr Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) hat hierzu sogar eine eigene Studie angelegt (S.26). Hohe EmotionalitĂ€t und zeitliche AktualitĂ€t sind die beiden wichtigsten Voraussetzung, damit viel Interaktion um ein Format entstehen kann. Hinzu kommt die KomplexitĂ€t des jeweiligen Formates, die Situation, in der ich TV schaue (alleine, mit Freunden), und natĂŒrlich ob das was man sieht ĂŒberhaupt einen persönlichen Anreiz darstellt, sich zu informieren oder auszutauschen.

Das auch der Kanal, ĂŒber den ich Inhalt verbreite eine wichtige Rolle spielt, zeigen neben den YouTube Channels von ZDF, ARD & Co., die sich schwer tun, eine grĂ¶ĂŸere Nutzerschaft zu gewinnen, auch einige der neuen “Premium” Channels von gestandenen TV-Produzenten. Hier zeigt sich, dass es gar nicht so leicht ist, eine Community aufzubauen, aber auch, dass der Content zur jeweiligen Plattform passen muss. Ob der Austausch untereinander da wĂ€re, wenn ich 30 Minuten lang auf RTL II YouTube Videos ausstrahle?

Ausblick

Das Fazit dĂŒrfte klar sein, Social TV steht vor allem in Deutschland noch am Anfang. Die Chancen dagegen sind riesig. TV-Programm alleine reicht vielen nicht mehr. Es mĂŒssen mehr Möglichkeiten her, die Nutzer zu unterhalten. Erweiterungen des TV-Erlebnisses durch Second Screen Szenarien in Echtzeit spielen dabei eine entscheidende Rolle. Automatische Erkennung von Inhalten und das damit einhergehende Ausspielen von weiteren Informationen, Unterhaltungselementen und natĂŒrlich auch Werbung an interessierte Nutzer ist ein weiterer großer Baustein.

Auch die mobile Nutzung wird sich stĂ€rker durchsetzen. Dabei sind grĂ¶ĂŸere Datenpakete weniger entscheidend als die VerfĂŒgbarkeit von Smartphones und Tablets und den passenden Inhalten an und fĂŒr sich. Durch bessere Schnittstellen zwischen mobilen und stationĂ€ren GerĂ€ten (TV, Set-Top-Box) werden zum einen deutlich mehr Services entstehen zum anderen aber auch mehr Möglichkeiten gegeben, das Storytelling von Sendungen zu verĂ€ndern – ĂŒber verschiedene EndgerĂ€te hinweg.

Auch wenn das Thema oft mit UrheberrechtsverstĂ¶ĂŸen einhergeht: Nutzergenerierte Inhalte, Lieblingsszenen in GIF und JPG Form mit Untertitel werden immer beliebter und sind zugleich Promotion fĂŒr ein Format. Es bleibt mit Spannung abzuwarten, wann hier ĂŒber den eigenen Schatten gesprungen wird und ein Content-Inhaber aktiv dieses Nutzerverhalten unterstĂŒtzt.

Weitere VerĂ€nderungen bei der Verbreitung von Inhalten sind bereits im Gange: Mit dem Launch von WATCHever, gibt es einen ersten vielversprechenden und bezahlbaren Abo-Service fĂŒr Video-Content. Das besonders spannende daran ist die Zusammenarbeit mit BILD, bzw. Axel Springer. Auch die Verlage werden im Bereich Social TV noch eine große Rolle spielen. Zum einen sind die mobilen Apps ihrer TV-Zeitungen in den Stores bereits etabliert zum anderen produzieren sie auch aktiv zusĂ€tzlichen Content zu TV-Inhalten – teilweise unterhaltsamer als das Original.

Social TV Services stehen vor der Herausforderungen, die verschiedenen Plattformen und Verbreitungswege miteinander zu verknĂŒpfen und gleichzeitig sinnvolle Empfehlungsmechanismen, vor allem aber eine intelligente Suche anzubieten. Social TV ist also kein Hype, es ist nur das Schlagwort fĂŒr gravierende Änderungen im Bewegtbildmarkt, wie wir sie zuvor bei Print und Audio gesehen haben.

Anmerkung

Dieser Blogbeitrag ist die Grundlage fĂŒr den in der t3n Nr. 31 – So funktioniert Bewegtbild im Netz auf Seite 132 erschienen Artikel „Soziales Fernsehen“ und wurde in Zusammenarbeit mit Stefanie Aßmann verfasst. Wir möchten euch die weiterfĂŒhrenden Überlegungen, die im Print-Artikel leider gekĂŒrzt werden mussten nicht vorenthalten, da sie aus unserer Sicht fĂŒr das VerstĂ€ndnis von Social TV wichtig sind. 

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Food Tube – Die Kochsendung von Jamie Oliver

Was habe ich sie frĂŒher geliebt, die Kochsendungen mit Jamie Oliver. Die Sendung war fester Bestandteil eines Samstagmorgen von mir. Der berĂŒhmte Koch aus England hat eine ganze Welle an Kochshows ausgelöst. Auf einmal kamen sie alle damit um die Ecke. Damals waren die TV-Sender daran interessiert einen Koch unter Vertrag zu nehmen. Auch heute gibt es noch zahlreiche Kochshows im Programm.

Aber es hat sich etwas verĂ€ndert. Eine Kochsendung nach den WĂŒnschen der Zuschauer existierte im Fernsehen nicht so wirklich. Zumindest sehen das einige Zuschauer so, denn auf diese Weise sind auch die konspirativen KĂŒchenkonzerte entstanden. Der Zuschauer macht sich sein eigenes Programm. Im letzten Jahr sind auch einige schöne „Kochsendungen“ entstanden. Die Blogrebellen haben beispielsweise den Spaß am Kochen mit Musik verbunden. Auch Michael Seeman aka @mspro hat zur Feier des Nudeltages spontan ein Kochvideo erstellt – fĂŒr AnfĂ€nger 😉

Wir sehen also, die Zuschauer machen sich ihr Programm teilweise selber. Jetzt haben aber auch die bekannten Fernsehköche gemerkt, dass YouTube ja doch ein ziemlich geniales Medium ist, auf dem sich zufĂ€llig die gewĂŒnschte Zielgruppe befindet. Jamie Oliver ist jetzt auf YouTube und braucht „obacht“ die Fernsehsender nicht mehr als Distributionskanal.

Jamie Oliver möchte Feedback von den Zuschauern, die Sendung nach den WĂŒnschen der Zuschauer gestalten. Jamie Oliver möchte InteraktivitĂ€t. Also gibt es nicht einfach nur die Sendung. Mit dem Video  Slap Jamie Oliver – Interactice gibt es ein paar schöne Interaktionsmöglichkeiten fĂŒr den Zuschauer. Das mĂŒsst ihr euch allerdings direkt auf dem YouTube Kanal von Jamie Oliver anschauen. Aber ist ja auch nicht schlimm, dann könnt ihr den gleich abonnieren 😉 Jamie Oliver ist auch auf den anderen Social Media KanĂ€len (Instagram, Facebook, Google+) prĂ€sent. Klar, dass man hier natĂŒrlich auch gleich ein Event einstellt.

Wenn man sich jetzt das TV Programm anschaut, wird man feststellen … da gibt es noch mehr Formate bei denen ein Kanal auf YouTube durchaus Sinn machen wĂŒrde. Alleine die ganzen Talkshows, bei denen der Diskussionsbedarf der Zuschauer ja immer sehr hoch ist, bieten sich dafĂŒr beispielsweise an. Man stelle sich jetzt mal vor Joko und Klaas wĂ€ren vom ZDF nicht zu ProSieben, sondern zu YouTube gewechselt. Klar ProSieben zahlt besser und die Reichweite ist auch eine andere, aber mal ehrlich wie lange ist das noch so?

Die Konkurrenz der Sender lauert aber nicht nur in Form von YouTube, auch Amazon (und viele viele andere) rĂŒstet auf. Bei Amazon Prime sollen demnĂ€chst eigene Produktionen als Stream gesendet werden. Den Anfang macht wahrscheinlich Zombieland. Ja, ein fiktives Format. Wie man sieht, sind Serien oder Filme somit auch kein Novum des klassischen Fernsehens.

NatĂŒrlich wird der Umbruch nicht von heute auf morgen passieren. FĂŒr den Zuschauer sind aber letztendlich nur die Inhalte relevant und die gibt es in absehbarer Zeit im TV und bei YouTube & Co.

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Die EM 2012 und Social Media – Da geht noch mehr!

Deutschland ist im Fußballfieber. Das zeigt Euer Interesse an unserem Artikel Die EM 2012 und Social Media – Da geht einiges! – an dieser Stellen vielen, vielen Dank – und auch die zahlreichen weiteren Social Media Maßnahmen von anderen Unternehmen. Mir begegnen fast tĂ€glich neue tolle Social Media EM Projekte. Streng genommen haben viele der Konzepte mit Social TV nicht mehr viel am Hut. Aber, wie das Hamburger Abendblatt schon im Artikel zur EM und Social Media betitelt hat: Social Media ist ein Paradies fĂŒr die Fans wĂ€hrend der EM. Deutschland kommt derzeit nicht an der EM vorbei. Aus diesem Grund machen wir hier eine Ausnahme und bringen heute eine Fortsetzung zum ersten Artikel.

Fangen wir mit der Fanpage der Deutschen Nationalmannschaft an. Hier soll man als Fan der Deutschen Nationalmannschaft auf jeden Fall einmal vorbeischauen. Das haben sich sicher auch die 1,5 Millionen Fans gedacht. Auf der Fanpage könnt ihr die Spiele der deutschen Elf im Livestream direkt bei Facebook verfolgen, beim Tippspiel mitmachen oder Euch mit Hilfe Eures Profilbildes im EM Trikot ablichten lassen. Und und und, also vorbeischauen lohnt sich.

Sehr schön finde ich auch die Aktion von Brandwatch. Der Monitoring Anbieter zeigt, wie man die Datenmengen von Twitter zum Leben erwecken kann. Und dann könntet ihr bei einem Spiel der Deutschen Nationalmannschaft mal das Hashtag #IchBinSchiri verwenden 😉

Wer wissen möchte, wie hoch die Interaktion um die Europameisterschaft bei Facebook sind, sollte bei AllfacebookStats vorbeischauen. Hier werden die Fanpages der Nationalspieler miteinander verglichen.

Auch wenn Jogi leider kein Fan von Facebook & Twitter ist „Meine Art, zu kommunizieren, ist das nicht. Ich halte diese Form des Austausches eher fĂŒr gefĂ€hrlich“ erklĂ€rte er in einem Interview mit der Zeit. Social Media hatte in Deutschland noch nie so viel (positive) Aufmerksamkeit wie derzeit zur Europameisterschaft. Dank Twitter & Co erfĂ€hrt der aufmerksame Social Media Beobachter bspw. vom spanischen Nationalspieler Cesc FĂ bregas, dass es am ersten Spieltag Pannen bei der Dopingkontrolle gab und einige Spanier gleich dreifach getestet werden mussten. Und Wayne Rooney veröffentliche vor dem Spiel mit Spanien ein Foto, das ihn mit Teamkollege Ashley Young beim Pool Billard zeigt mit dem Kommentar: „RumhĂ€ngen mit meinem Freund Ash, eine gute Ablenkung‘‘. Am Ende des Artikel zieht das Hamburger Abendblatt das Fazit: „Fakt ist: Durch die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter erfahren die Fans oft mehr von ihren Stars als die Journalisten vor Ort.“ Ist es nicht genau das, was wir uns eigentlich wĂŒnschen? Der Blick hinter die Kulissen, das GefĂŒhl am Geschehen aktiv teilzunehmen?

Zum Ende gibt es noch eine schöne Infografik von Zalando mit den etwas anderen Statistiken zur EM. Sehr gelungen wĂŒrde ich sagen, oder wusstet ihr schon, wann die beste Zeit ist sich ein Bier zu organisieren 😉

ZALANDO Infografik

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Die EM 2012 und Social Media – Da geht einiges!

Eigentlich bin ich ja nicht so der Fußballfan. Die Spiele zu verfolgen, ist bei einer WM oder EM aber natĂŒrlich Ehrensache. Noch mehr Spaß macht das Ganze, wenn man via Second Screen vor, wĂ€hrend und/oder nach dem Spiel Zusatzmaterial zur VerfĂŒgung gestellt bekommt. Hier sind alle dabei, die ARD, das ZDF, die UEFA, Twitter und und und. Da man hier leicht den Überblick verliert, bekommt Ihr an dieser Stelle einen kurzen Überblick. Was gibt es und was sollte man sich mal anschauen.

EM-Twitterwall der Bildzeitung

Twitter selbst hat ja bereits auf der re:publica berichtet, dass Fußball eine wichtige Rolle spielt. Aus diesem Grund versorgt Twitter schon wĂ€hrend der Bundesliga fleißig offizielle Hashtags. So auch zur EM 2012. Im Blogartikel „Twitter und die Fussball Euromeisterschaft 2012 – #Euro2012“ teilt Twitter gleich mal die Twitteraccounts der Nationalspieler und den offiziellen Account vom DFB Team mit. Weiterlesen

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Die ARD nutzt den ESC als Social TV Event und keiner bekommt es mit

… bzw. nur ein geringer Teil der deutschen Zuschauer. Ich habe gestern – mehr durch Zufall – auf der offiziellen Seite vom Eurovision Songcontest folgenden Hinweis entdeckt.

Diskutieren Sie mit!Hinweis zum Livestream

Im Livestream haben Sie wĂ€hrend der Sendung die Möglichkeit, mit anderen ESC-Fans zu diskutieren. Teilen Sie Ihre Kommentare mit uns: per Facebook, Twitter – Ihre Tweets laufen auch im ARD Teletext auf der Seite 777 auf, wenn sie mit dem hashtag „ardesc“ versehen sind – oder direkt auf unserer Seite.

In der Presse gab es dazu keine Berichterstattung. Warum eigentlich? Das ist doch eine tolle Aktion. Wer den Hashtag #esc gestern Abend verfolgt hat, hat sicher den einen oder anderen Tweet zu #ardesc entdeckt und geschaut, was das eigentlich ist. Insgesamt waren in meiner Timeline jedoch deutlich mehr Tweets mit dem Hashtag #esc als #ardesc. Weiterlesen

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Komm ich jetzt im Fernsehen? – Die Rundshow startet ein TV Experiment

Die Rundshow ist da. Seit Wochen haben wohl einige Zuschauer auf den Start der Rundshow gewartet. Am Montag war es dann so weit. Es war voll bei Twitter und zumindest ich hatte den Eindruck, dass es beim Bayrischen Rundfunk um diese Uhrzeit Rekorde in Sachen Einschaltquoten gibt. Die RealitÀt sah ein bisschen anders aus. Aber vielleicht haben die meisten Zuschauer auch den Livestream verwendet?

Vor etwa vier Wochen wurde auf dem Blog der Rundshow mit dem Aufruf „Let‘s be pirates“ ein Fernsehformat angekĂŒndigt, das es bisher so in Deutschland noch nicht gegeben hat. In der Sendung sollen tagesaktuelle Themen aufbereitet werden. Und die Zuschauer können via Twitter, Facebook und Google Hangout – Telefon und Email funktioniert ĂŒbrigens auch – live mit den Moderatoren interagieren. TagsĂŒber kann die Redaktionskonferenz via Livestream oder Google Hangout mitverfolgt werden, vor und nach der Sendung sind die Zuschauer ebenfalls live zugeschaltet. Und wĂ€hrend der Sendung kann man ĂŒber die App mit dem schönen Namen „Die Macht“ zu Umfragen abstimmen und via Daumen-hoch-oder runter-Button im Studio Applaus oder Buh-Rufe auslösen.

Am Montag hat dann wohl die gesamte Netzgemeinde vor dem TV gesessen. Das Thema des Tages waren die Proteste in Europa. Meiner Meinung nach nicht das perfekte Thema fĂŒr den Start aber das ist Ansichtssache. Ich persönlich hatte beim Zuschauen einen schlechten Start. Auf der re:publica wurde angekĂŒndigt, dass die Rundshow auch ĂŒber Facebook geschaut werden kann und das wir das doch auch machen sollen. Die folgende Information hat mich leider daran gehindert.

Livestream via Facebook

Aber es gibt ja noch die BR Mediathek und so war der Abend gerettet. Die Sendung selbst wimmelte nur so von Hangout und Skype Konferenzen. WĂ€hrend es Videoschaltungen im Überfluss – ja es war eindeutig zu viel – gab, wurden Twitter und Facebook quasi nicht erwĂ€hnt. Alles in allem trotzdem eine runde erste Folge mit Verbesserungspotential.

Das Feedback haben sich die Macher auch fĂŒr die zweite Sendung zu Herzen genommen. Die hatte Facebook als Thema. Mir persönlich wurde Facebook – wie bei zahlreichen anderen Medienberichten in TV und Print – etwas zu negativ dargestellt. Aber gut, wir sind hier eben immer noch bei der ARD. In dem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach der Zielgruppe fĂŒr die Sendung. Ist die Rundshow eine Sendung fĂŒr die sogenannte „Netzgemeinde“? 😉 Versteht mich nicht falsch, ich finde die Sendung und die Richtung in die sie sich bewegt, super. FĂŒr jeden „normalen“ Benutzer ist das alles jedoch vielleicht ein bisschen zu viel!? Die meisten Deutschen sind, wenn ĂŒberhaupt, nur beim bösen Facebook vertreten. Es ist immer schwer und ein schwerer Grat unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen. Auf der einen Seite möchte man dem „normalen“ Zuschauer das Web nĂ€her bringen. Hier ist es notwendig, dass in der Sendung viel erklĂ€rt wird bspw. warum „Catcontent“ lustig ist oder wie man auch ohne Account bei Facebook, Twitter oder Google+ teilnehmen kann – denn das ist ja möglich. Auf der anderen Seite hat man die netzaffinen User, die sich bei ausfĂŒhrlichen ErklĂ€rungen sicher gelangweilt fĂŒhlen und eine hohe Social Media Integration erwarten. Und das alles in einem Format mit 30 Minuten Sendezeit. Ist es ĂŒberhaupt möglich, webaffine Menschen und offline Menschen in einem Unterhaltungsformat zusammen zu bringen? Und wir alle wissen, dass die Rundshow von den Onlinern sehr viel Feedback zur Sendung bekommen hat und diese Punkte auch umgesetzt werden. Was sagen denn die Offliner zur Sendung? Wie ist Eure Meinung zur Zielgruppenproblematik?

Bei der zweiten Sendung habe ich dann ĂŒbrigens den Livestream entdeckt und festgestellt, dass dort auch vor der Sendung schon gesendet wird.

Livestream mit der Soviet App

Der mangelnde Livestream im Screenshot ist alleine meiner Internetverbindung zuzuschreiben und nicht der Rundshow. Neben dem TV Bild sieht man als Zuschauer auch die Daumen-hoch-oder-runter-Abstimmungen der User. Das ist wirklich eine tolle Möglichkeit aufzuzeigen, wie andere Zuschauer die Sendung empfinden. Rechts unten werden die aktuellsten Tweets, Facebook & Google+ Kommentare, sowie BeitrĂ€ge ĂŒber die App selbst angezeigt. Hier hĂ€tte ich mir nur gewĂŒnscht, dass dieser Bereich etwas grĂ¶ĂŸer ist, da man maximal drei BeitrĂ€ge zu sehen bekommt.

Die dritte Sendung habe ich dann nicht mehr live, sondern am nĂ€chsten Tag bequem in der Mediathek geschaut. Das lag vor allem am Thema: Fußball. Auf diese Weise habe ich dann aber herausgefunden, dass nicht nur die Sendung, sondern auch der gesamte Vor- und Nachspann mit angeschaut werden kann. Das ist eine schöne Idee, denn so werden auch die „normalen“ Zuschauer darauf aufmerksam gemacht, dass es auch ein Vor- und Nachprogramm der Sendung gibt.
Die Sendung an sich fand ich dann doch recht spannend und vom Aufbau eine erneute Steigerung zu den VorgÀngersendungen. Vor allem der #flausch und #cat Content waren eine witzige Idee.

Y-Titty finde ich persönlich nicht so spannend. Vielleicht bin ich dafĂŒr einfach schon zu alt. In der letzten Sendung gab es den dritten Teil der Serie auch nicht mehr on air zu sehen. Ob das jetzt an den vielen Diskussionen in der Sendung und der damit verbundenen Verzögerung der Sendung oder an der Kritik zu Y-Titty lag, wissen nur die Macher der Rundshow. Sascha Lobo hat uns auf der re:publica allerdings darauf aufmerksam gemacht, dass die Teenie-Zielgruppe auf YouTube ist und dort untereinander kommuniziert. Möchte man diese erreichen, kommt man an der Videoplattform nicht dran vorbei. In diesem Zusammenhang ist die Idee, Y-Titty in die Sendung zu integrieren, gar nicht mal so schlecht 😉

Auch wenn ich nicht alles toll finde, die Macher der Rundshow machen einen sehr guten Job. Auf uns warten jetzt noch drei weitere Testwochen mit der Rundshow und ich bin schon sehr gespannt, was uns noch alles erwartet.

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Social TV und alle so yeah

… den Eindruck bekommt man, wenn man heute meine Tweets verfolgt hat. Denn ich habe fast nur ĂŒber Social TV getwittert. Das Thema boomt! Bei Scoop.it habe ich schon vor lĂ€ngerer Zeit ein Topic zu Social TV angelegt, in dem ich alle relevanten Artikel zum Thema ablege. Dabei erwische ich sicher nicht alle, denn ich habe das GefĂŒhl momentan berichtet jeder darĂŒber (zumindest im englischsprachigen Raum). Auch im deutschen Fernsehen tut sich was. Heute gab es die AnkĂŒndigung von Richard Gutjahr zur „neuen“ rundschau, da bin ich sehr gespannt drauf. Das ZDF hat ebenfalls angekĂŒndigt, in die Sportschau durch einen Google Hangout einen Hauch Social Media zu integrieren. Und dann gibt es das Programm der re:publica, bei dem Social TV auch Thema ist, z.B. mit dem Slot „ARD – und sie bewegt sich doch„.

Zu Social TV gehören auch die verschiedenen Check-In Dienste wie GetGlue und Miso. Über Ostern habe ich mir Sidereel etwas genauer angeschaut. Wie bei GetGlue und Miso kann ich verschiedene Sendungen als „gesehen“ markieren und ich kann Freunden „folgen“. Der Unterschied zu den beiden erstgenannten Diensten ist der Terminkalender. Ich kann verschiedene Shows tracken und sie damit in einen Kalender eintragen. Von Sidereel werde ich dann tĂ€glich benachrichtigt, zu welcher Sendung eine neue Folge erschienen ist. Da auch amerikanische Serien zwischendurch mal Pausen einlegen ist das gar nicht so schlecht.
Da bei Sidereel auch Links zu den Streams angezeigt werden, hat das Tracking natĂŒrlich eine ganze andere Bedeutung. Wenn man fleißig alle gesehenen Sendungen anklickt, erscheint bei Sidereel der Hinweis „You are up to date“. Bei den Shows gibt es die Unterscheidung beim Status Hiatus und Current (und theoretisch auch upcoming und concluded).
DarĂŒber hinaus habe ich dank Stephan noch einen weiteren Dienst fĂŒr TV und Serienfreunde wie mich entdeckt, nĂ€mlich Letterboxd. Ähnlich wie bei Tweek TV basiert dieses Netzwerk auf Empfehlungen von Freunden. Da ĂŒberall immer nur von Filmen die Rede ist, existiert zu Serien ein bisschen chaos. Ich habe beispielsweise nach Game of Thrones recherchiert und finde dazu 35 EintrĂ€ge, teilweise zur Serie selbst, teils zu einer Staffel oder einzelnen Folgen. Das ist noch nicht perfekt gelöst. Ansonsten ermöglicht Letterboxd bei Filmen anzugeben, ob man den Film gesehen hat, man kann ihn bewerten, kommentieren usw.
DarĂŒber hinaus erhĂ€lt man bei Letterboxd Hinweise, welche Filme die Freunde bei Twitter & Facebook so schauen. Was ich gut finde, ist die Möglichkeit nach Schauspielern bzw. Regisseuren etc. zu suchen. Ich kann mir auch eine Liste mit Filmen erstellen, die ich schon gesehen habe oder noch sehen möchte. Mein Profil ist noch ziemlich langweilig, da ich noch nicht so wahnsinnig viel mit Letterboxd herumgespielt habe.
Auch wenn Letterboxd und auch Sidereel jetzt nicht direkt etwas mit Social TV zu tun haben. Beide Dienste unterstĂŒtzen den Nutzer dabei sich online mit Freunden ĂŒber Filme auszutauschen. Bei Miso habe ich noch keine SideShow entdeckt. NatĂŒrlich kann man diese auch selbst anlegen, aber wenn dann möchte ich das auch richtig und ordentlich machen und das braucht Zeit 😉 Um die User zu motivieren, bietet Miso derzeit in Zusammenarbeit mit HBO an, bei der Superfan Sideshow Challence zu Game of Thrones mitzumachen.
Das folgende Video erklÀrt die Bedeutung der SideShow und sobald ich selbst einmal eine SideShow erstellt habe, werde ich Euch daran teilhaben lassen.
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Von Social TV und Serienjunkies

Der letzte Artikel liegt nun schon eine Weile zurĂŒck. Seitdem ist einiges passiert. Die Oscar Nacht mit unserem Social TV Projekt lief gut. So gut, dass wir weitermachen möchten. Ihr könnt also gespannt sein, was Euch bei We Make Social TV noch alles erwartet. Auf unserer Fanpage werden wir in den nĂ€chsten Tagen / Wochen die Geschichte vom Bewegtbild und vom Fernsehen in der Chronik aufbereiten. Bei mir hat sich darĂŒber hinaus auch beruflich etwas geĂ€ndert. Aus diesem Grund werde ich demnĂ€chst den „Über den Blog“ Bereich ĂŒberarbeiten und Euch ein bisschen mehr dazu erzĂ€hlen. Nicole wird sich dort auch endlich mal ausfĂŒhrlicher vorstellen.

In den letzten Wochen haben sich die TV Sender ebenfalls weiterentwickelt.  Sie sind zwar noch nicht da, wo ich sie gerne hĂ€tte, aber das kommt sicher noch 😉 Zeitgleich zum Barcamp Ruhr hat RTL2 die komplette Staffel von Game of Thrones gezeigt. Eine großartige Serie und ein Muss fĂŒr Freunde von Herr der Ringe oder Ă€hnlichen Phantasie-Serien. RTL2 hat bisher nicht zu den Sendern gehört, die ich mir anschaue, aber Aktionen wie ein Serienweekend könnten das Ă€ndern.
HĂ€tte nicht zeitgleich zum Game of Thrones Weekend das Barcamp in Essen stattgefunden, hĂ€tte ich mir die Serie sicher angeschaut. Das ZDF hat mit der britischen Fernsehserien Sherlock wohl ein Ă€hnliches Event durchgefĂŒhrt, was ich aber leider komplett verpasst habe. Ich finde die Idee großartig. Damit gehen die deutschen Fernsehsender endlich auf die Sehgewohnheiten von Serienjunkies wie mir ein.

Auch wenn ich das Serienweekend nicht live im Fernsehen mitverfolgen konnte, habe ich mir die Tweets zu Game of Thrones unter zwei Gesichtspunkten angesehen. Der erste Punkt ist herauszulesen, wie dieses Event bei den Usern so angekommen ist. Der zweite Aspekt, nĂ€mlich wie viele User twittern ĂŒberhaupt parallel zu einer Fernsehserie, ist fĂŒr mich viel interessanter. WĂ€hrend der Ausstrahlung des Tatort diskutieren etliche User auf Twitter ĂŒber die Handlung. Allerdings muss ich mich jedes Mal entscheiden, ob ich jetzt eher dem Verlauf der Handlung oder dem der Timeline folgen möchte, denn beides gleichzeitig funktioniert zumindest bei mir nicht so gut. Bei Formaten wie Germanys next Topmodel oder Skripted Reality Shows wie Bauer sucht Frau ist es nicht tragisch Teile der Handlung zu verpassen. Sie sind nicht wichtig, um den Zusammenhang zu verstehen. Bei Serien kann es durchaus passieren, dass wenn man nicht aufpasst, man den Anschluss an die Handlung verliert. Das heißt aber nicht, dass ich die Folge alleine schauen möchte. Momentan schaue ich in Ruhe meine Serie und lese dann sehr oft im Anschluss die Reviews bei Serienjunkies & Co. um zu wissen, was andere so zur Folge denken. Amerikanische Serien schauen die meisten eben „On Demand“. Was passiert, wenn ein Sender einem durch ein Serienweekend jetzt aber das gemeinsame Schauen ermöglicht? Die Betrachtung der Tweets zu Game of Thrones sind da nur der Anfang. Ich möchte mich in der nĂ€chsten Zeit genauer mit dem Nutzungsverhalten der deutschen Twitterer widmen und herausfinden, welche Formate denn wirklich via Twitter mitdiskutiert werden und ob sich auch Serien fĂŒr Social TV Events eignen. Miso bietet den Usern bereits an, eine Sideshow (Hinterlegen von Hintergrundinformationen zur einzelnen Folge) zu erstellen. Das Feature werde ich in der nĂ€chsten Zeit auch ausprobieren und Euch ausfĂŒhrlicher darĂŒber berichten.

Nach dem Erfolg von Game of Thrones zeigt RTL2 jetzt auch The Walking Dead als Serienweekend. Aufgrund der Analyse, die ich zu Game of Thrones gemacht habe, möchten wir (das We Make Social TV Team) hier gerne ein Social TV Event ausprobieren. Lasst uns die Serie gemeinsam schauen, ĂŒber die schlechte Synchro lĂ€stern und zĂ€hlen, wie viele Schnitte bei der Serie gemacht wurden. Apropos Schnitte. Wer wissen möchte, wie viel bei GOT denn jetzt geschnitten wurde, wird hier fĂŒndig. DarĂŒber hinaus fĂ€nde ich es toll, wenn wir uns mit Hintergrundinformationen zur Serie versorgen und das dann auf Twitter bzw. direkt via Couchfunk App streuen. Das sind nur meine ersten Ideen zum Thema. Wir brauchen jetzt Eure Ideen und vor allem Eure Bereitschaft Euch die NĂ€chte, in denen Walking Dead bei RTL2 ausgestrahlt wird, um die Ohren zu schlagen. Wir möchten nĂ€mlich, dass Ihr bei zukĂŒnftigen Events mitmacht!

Neben Walking Dead haben wir noch ein weiteres Event im Kopf, fĂŒr das wir ein paar Social TV Fans benötigen. Am 26. Mai ist der Eurovision Song Contest. Dieses Event bietet sich auch fĂŒr Social TV an. Auch hier habe ich schon zahlreiche Ideen gesammelt, z.B. könnte eine Person das Event beim Public Viewing verfolgen und online ĂŒber die Stimmung berichten usw. Wer Ideen oder Lust hat mitzumachen, meldet sich am besten per Mail oder via Kommentar zum Artikel bei mir.

Nachfolgend habe ich ein paar Tweets zu Game of Thrones zusammengestellt. Es wurde darĂŒber diskutiert, ob es jetzt gut ist, dass RTL2 gleich alle Folgen zeigt. Hier sind die User geteilter Meinung, aber ich finde die Idee wirklich gut. Dann wurden natĂŒrlich die Synchro und auch die Schnitte besprochen. Ein paar Tweets zur Handlung oder den Charakteren haben ich zusammengestellt.

Stacheltier ! @Igelmonster
Mittagsschlaf wegen Fernsehmarathon soeben beendet. #GameOfThrones kann kommen 🙂

Mira Sun ! @MiraSun
Ich mag das Anfangstheme von #GoT so sehr! Ist total schön melodisch und passend zum Thema! Man wĂŒnscht sich in einem Thronsaal zu tanzen!

Sonja ! @elenoreAM
#GameOfThrones nehme ich ĂŒbrigens auf…damit ich alles komplett und ohne Werbung schauen kann.

Michael Schmidt ! @Schmiddl_HH
Schaut gleich #GameOfThrones #Rtl2 Die Kinder schlafen, Brote sind geschmiert, Cragganmore Dest. Edt. steht bereit, der Winter kann kommen!

Julia E. ! @Kleines_Proton
Gleich 2. Runde von #GameofThrones diesmals ohne Kommentare von @Tweety6919. Schaust du auch?

Sarah ! @AlbusLepus
Wow. 1. Minute #gameofthrones und schon find ich die Synchronisation relativ grauenhaft


Michael Bach ! @ElCobra
Eigentlich finde ich die Übersetzung „Königsmund“ fĂŒr King’s Landing eher bescheiden, aber bei einer Königin Cersei… #got

chrisi ! @djchrisi
Die deutschen tun mal wieder was sie am besten können: jammern. Heute ĂŒber #GameOfThrones in deutsch #got #rtl2

S_A_M06 ! @S_A_M06
Ich kann mich einfach nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte mal freiwillig #RTL2 eingeschaltet habe. #GameOfThrones #got

Frau Thor ! @Frau_Thor
Hab #GameOfThrones heute bis jetzt ohne Twitter geschaut. Sehr entspannend. Jetzt guck ich hier rein… Gemecker wie gehabt. Ach ihr…

Sebastian ! @T3AMGEIST
John Schnee kann ich einfach nicht ernst nehmen. #snow #GoT

Sebastian ! @T3AMGEIST
Also viel geschnitten ist da wohl doch nicht… #GoT

Gulliver ! @gulliver372 @kwatschmitsauce
So dumm, dass #RTL2 sein Pulver an 2-3 Abenden verschiesst. HÀtten #gameofthrones sowas von auskosten können!

Davina ! @Vinchen1984
Ist ja voll ekelig… Einem Pferd den Kopf abzuhauen… #GameOfThrones

Thomas Czisch ! @Nerdpfleger
Schön das so viele in meiner Timeline nun #GameofThrones schauen, jetzt wo es im Freie TV lĂ€uft! Ihr habt alle einen guten Geschmack 😉

Carl-Eric ! @cemenzel
Wie nicht anders zu erwarten, ist die deutsche Fassung von #GameOfThrones auf #rtl2 stark geschnitten. #fail

S_A_M06 ! @S_A_M06
Großes Lob an @RTLII, das sie wĂ€hrend #GameOfThrones nicht all zu viel Werbung einspielen. HĂ€tte nie gedacht das ich @RTLII mal lobe. #got

Catii ! @MISSZITROENCHEN
Jetzt bekommt er seine krone #GameOfThrones iich denke es ist schemrzhaft

any body ! @p0litix
@conflictman666 Hach – bin ich doch nicht allein in der TL bei #GoT

conflictman666 ! @conflictman666
Ganze Familie verkuppeln wegen einer BrĂŒcke ? Dann lieber schwimmen #GoT

Luis I. ! @Lil_skaens
Da ist sie ja! Sibel Kekilli! #GameOfThrones

Luis I. ! @Lil_skaens
Das ist ungerecht, dass Sean Bean schon wieder vorzeitig abtreten muss. Aber geil, wie konsequent #GameOfThrones bleibt!

andreas ! rensch ! @arensch
Dieser Joffrey ist aber echt ein Arschlochkind. #gameofthrones

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Das bisschen Fernsehen, das wir brauchen, machen wir uns selber!

Das und der Hinweis „Wenn Zuschauer zurĂŒcksenden“ war der Titel einer Session der Social Media Week. Und es trifft den Nagel auf den Kopf. Auch ein Grund warum wir die Oscar Verleihung mit Euch zusammen zu einem Social TV Event machen möchten. Denn ich schaue selten Fernsehen, weil viel zu wenig interessante Inhalte geboten werden. Aber der Reihe nach. Der Titel der Session gehört zu den Konspirativen KĂŒchenKonzerten. Ein Projekt, das ziemlich cool ist und von dem ich bisher noch nichts gehört hatte.

Was sind die Konspirativen KĂŒchenKonzerte?

Die Konspirativen KĂŒchenKonzerte sind eine Fernsehshow, die Live-Auftritte von Musikbands und Arbeiten darstellender KĂŒnstler verbindet und gekocht wird auch noch. Frustriert ĂŒber den „Niedergang des informativen Musikfernsehens und die altertĂŒmliche Darstellung von zeitgenössischer Kunst im TV“ ist dieses TV-Format 2009 enstanden. Zwei Jahre lang produzierte die Gruppe ohne TV-Erfahrung, ohne Geld und ohne großen Sender das TV- und Web-Format. Das Event findet immer in der Wohnung von Marco Antonio Reyes Loredo statt. Er bekocht auch seine GĂ€ste. Da die sich die Rezepte aussuchen können, findet Ihr auf der Homepage die unterschiedlichsten Kreationen. Die Zuschauer dĂŒrfen mitbestimmen, wer in die Sendung kommt und online gibt es massig Zusatzmaterial. Social Media wurde hier zu Beginn eigentlich nur mehr oder weniger zufĂ€llig eingesetzt, dafĂŒr ist die Sendung insgesamt ziemlich social. Das es ein wirklich tolles Format ist, zeigt sich an der erneuten Nominierung des Adolf-Grimme-Preises in der Kategorie Unterhaltung. Ich drĂŒcke auf jeden Fall die Daumen. Und Ihr könnt Euch jetzt erst einmal den Trailer anschauen.

Seit August 2011 ist die Sendung bei ZDF Kultur zu sehen. Das ZDF ist sowieso sehr fortschrittlich, was die Kombination von Social Media & Fernsehen betrifft. In der Sendung ZDF „log in“ darf der Zuschauer via Facebook & Co Fragen stellen und die GĂ€ste in der Sendung mĂŒssen diese beantworten.

Auch die ARD zeigt sich durch die Kooperation mit Richard Gutjahr den neuen Medien auch nicht abgeneigt. Eine Rundschau Sendung habe ich noch nicht gesehen, kann also nicht davon berichten. Auf der Seite http://rundshow.gutjahr.biz/ sammeln die Betreiber jedoch Infos zum Thema Social TV und zum Konzept der Sendung. Es ist also nicht so, als ob sich die deutsche TV Landschaft gar nicht mit dem Thema beschÀftigt. Hier und da gibt es erste Lichtblicke, die breite Masse bekommt davon jedoch noch nicht wirklich was mit.

In Amerika wird Social Media in allen Facetten selbstverstÀndlich mit eingebunden. Viele Inhalte der Serienseiten weisen auf Social Media Inhalte hin.

Bei amerikanischen Serien wie „True Blood“ – ich liebe diese Serie!!! – oder „How I met your mother“ bieten die Sender massig Zusatzmaterial an. Zu Beginn der letzten Staffel von True Blood konnten Facebook Fans via App in die Welt von Bon Temps eintauchen und mit Eric chatten, die Bar Fangtasia hat eine eigene Facebook Fanpage (die allerdings von Fans betrieben wird) und der Vampir Jessica bloggt ĂŒber ihr Leben unter der URL http://www.babyvamp-jessica.com/. Die Wartezeit bis zur nĂ€chsten Staffel wird den Fans durch den Inside Blog versĂŒĂŸt.

Was ich bei HIMYM so toll finde ist, dass jede Webseite die in der Serie erwĂ€hnt wird, wirklich erstellt wird. Dazu zĂ€hlen u.a. http://barneysvideoresume.com/ oder http://itwasthebestnightever.com/. Dann gibt es natĂŒrlich den Blog und Twitteraccount von Barney, einen Podcast und einen YouTube Kanal von HIMYM und CBS auf dem so wunderbare Videos zu finden sind, wie das Musikvideo von Robin Sparkles.

Bevor selbst die amerikanischen Sender solche Inhalte angeboten haben, haben ein paar Serienfans Seiten wie http://www.serienjunkies.de/ oder http://www.myfanbase.de/ aufgebaut. Auf diesen Seiten findet man sehr viele Hintergrundinformationen, Episodenbeschreibungen und Reviews zu Serien und den Schauspielern. In eine Ă€hnliche Richtung geht die Seite http://www.sidereel.com/. Die Besucher der Seite können allerdings nicht nur Informationen wie bei Serienjunkies und myFanbase nachlesen, die Betreiber erstellen ihr eigenes Fernsehen. Der hohe Nutzen solcher Seiten zeigt das BedĂŒrfnis der User an solchen Inhalten. Und da wĂ€ren wir wieder beim Punkt: Wenn die Sender keine relevanten Inhalte liefern, machen wir – die Zuschauer – uns unser Fernsehen selbst.

Die wirklich interessanten Mehrwertinformationen, beispielsweise Backstage Informationen vom Set, könnten die Fernsehsender jedoch nur selbst liefern.

Screenshot der Tatort Fanpage
Screenshot der Tatort Fanpage
Der Tatort wird in Deutschland schon seit Jahren auf Twitter diskutiert. Irgendwann wurde die Tatort Fanpage erstellt und jetzt unterhalten sich die Nutzer auch auf Facebook ĂŒber die Sendung. Die Fanpage hat mittlerweile eine halbe Millionen Fans. Der Post zum Tatort vom 12. Februar hatte knapp 600 Kommentare, kein einziger davon stammt von den Betreibern der Fanpage. Warum sucht man nicht den Dialog mit den Usern? Auf der Fanpage werden meist Informationen zum nĂ€chsten Tatort (Sendezeit) und der Link zur Mediathek gepostet. Ab und zu gibt es auch Zusatzinformationen wie Outtakes, Special Effects etc. Auf der Webseite der ARD gibt es noch viel mehr Informationen. Warum wird das bei Facebook nicht genutzt? Stellt Euch mal vor, ein Schauspieler vom Tatort wĂŒrde zusammen mit den Online Nutzern den laufenden Tatort im Fernsehen diskutieren?
„Gemeinsam ermitteln macht mehr Spaß als alleine auf der Couch“. Ja, finden wir auch. Aber auf der Fanpage wird man in die nĂ€chste Kneipe zum Public Viewing geschickt. Die ARD und die Zuschauer schauen in jedem Fall getrennt.

Wenn man sich mit dem Thema Social TV beschĂ€ftigt, stolpert man auch frĂŒher oder spĂ€ter ĂŒber die Apps wie GetGlue und Miso. WĂ€hrend die ersten Unternehmen verschiedene Location Based Services fĂŒr das Marketing eingesetzt haben, werden in den nĂ€chsten Jahren Aktionen mit Social TV Apps folgen.

In Amerika konnten die User via GetGlue zuletzt beim Superbowl einchecken. Auch die Oscar Verleihung ermuntert die User das zu tun. Beide Veranstaltungen haben Social Media sehr intensiv eingesetzt. In Amerika werden die Oscars natĂŒrlich auch live mit dem Partner Mass Relevance, wie schon letztes Jahr, begleitet. Die User können vorab mitteilen, welcher Film sie bisher am meisten beeinflusst hat und Fragen fĂŒr den Red Carpet stellen.

Auf der Webseite von ProSieben gibt es zwar massig Infos, aber der unserer Meinung nach wichtige Schritt und zwar die Diskussionen und der Austausch wÀhrend der Oscar Verleihung mit dem Zuschauer, fehlt. Warum eigentlich? Liebes Oscar Team von ProSieben, Ihr habt die ganzen Zusatzinfos. Ihr könnt die Fragen der User wÀhrend der Verleihung doch sicher bestens beantworten. Wir laden Euch hiermit ein, mit uns auf makesocial.tv die Oscar Verleihung live mitzuerleben!

Wer unsere Seite nicht besuchen möchte, kann sich durch den Javascript Code auch den Stream in seine eigene Webseite einbinden. Den Embedded Code findet Ihr rechts oben auf der Seite makesocial.tv.

Jetzt habe ich wieder so viel geschrieben, aber es ist natĂŒrlich noch lĂ€ngst nicht alles gesagt. Ich könnte hier noch zahlreiche Beispiele und Möglichkeiten durchgehen. Vielleicht beim nĂ€chsten Artikel 😉

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