Food Tube – Die Kochsendung von Jamie Oliver

Was habe ich sie früher geliebt, die Kochsendungen mit Jamie Oliver. Die Sendung war fester Bestandteil eines Samstagmorgen von mir. Der berühmte Koch aus England hat eine ganze Welle an Kochshows ausgelöst. Auf einmal kamen sie alle damit um die Ecke. Damals waren die TV-Sender daran interessiert einen Koch unter Vertrag zu nehmen. Auch heute gibt es noch zahlreiche Kochshows im Programm.

Aber es hat sich etwas verändert. Eine Kochsendung nach den Wünschen der Zuschauer existierte im Fernsehen nicht so wirklich. Zumindest sehen das einige Zuschauer so, denn auf diese Weise sind auch die konspirativen Küchenkonzerte entstanden. Der Zuschauer macht sich sein eigenes Programm. Im letzten Jahr sind auch einige schöne „Kochsendungen“ entstanden. Die Blogrebellen haben beispielsweise den Spaß am Kochen mit Musik verbunden. Auch Michael Seeman aka @mspro hat zur Feier des Nudeltages spontan ein Kochvideo erstellt – für Anfänger 😉

Wir sehen also, die Zuschauer machen sich ihr Programm teilweise selber. Jetzt haben aber auch die bekannten Fernsehköche gemerkt, dass YouTube ja doch ein ziemlich geniales Medium ist, auf dem sich zufällig die gewünschte Zielgruppe befindet. Jamie Oliver ist jetzt auf YouTube und braucht „obacht“ die Fernsehsender nicht mehr als Distributionskanal.

Jamie Oliver möchte Feedback von den Zuschauern, die Sendung nach den Wünschen der Zuschauer gestalten. Jamie Oliver möchte Interaktivität. Also gibt es nicht einfach nur die Sendung. Mit dem Video  Slap Jamie Oliver – Interactice gibt es ein paar schöne Interaktionsmöglichkeiten für den Zuschauer. Das müsst ihr euch allerdings direkt auf dem YouTube Kanal von Jamie Oliver anschauen. Aber ist ja auch nicht schlimm, dann könnt ihr den gleich abonnieren 😉 Jamie Oliver ist auch auf den anderen Social Media Kanälen (Instagram, Facebook, Google+) präsent. Klar, dass man hier natürlich auch gleich ein Event einstellt.

Wenn man sich jetzt das TV Programm anschaut, wird man feststellen … da gibt es noch mehr Formate bei denen ein Kanal auf YouTube durchaus Sinn machen würde. Alleine die ganzen Talkshows, bei denen der Diskussionsbedarf der Zuschauer ja immer sehr hoch ist, bieten sich dafür beispielsweise an. Man stelle sich jetzt mal vor Joko und Klaas wären vom ZDF nicht zu ProSieben, sondern zu YouTube gewechselt. Klar ProSieben zahlt besser und die Reichweite ist auch eine andere, aber mal ehrlich wie lange ist das noch so?

Die Konkurrenz der Sender lauert aber nicht nur in Form von YouTube, auch Amazon (und viele viele andere) rüstet auf. Bei Amazon Prime sollen demnächst eigene Produktionen als Stream gesendet werden. Den Anfang macht wahrscheinlich Zombieland. Ja, ein fiktives Format. Wie man sieht, sind Serien oder Filme somit auch kein Novum des klassischen Fernsehens.

Natürlich wird der Umbruch nicht von heute auf morgen passieren. Für den Zuschauer sind aber letztendlich nur die Inhalte relevant und die gibt es in absehbarer Zeit im TV und bei YouTube & Co.

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Staffelpass von True Blood Season 5 bei iTunes verfügbar

Im Netz gab es bereits zahlreiche Berichte darüber, dass das legale anschauen von US-Serien einfach nicht möglich ist und sich die meisten deshalb notgedrungen die Serien illegal im Netz besorgen. Über dieses Thema hat u.a. der Spiegel mit „Wer nicht verkauft, der wird beklaut“ einen Artikel veröffentlicht. Die schönste Aufbereitung in Bildform hat der Blogger und Karikaturist Matthew Inman mit seinem Comic zur Serie Game of Thrones geschaffen. Bei Game of Thrones sah das ganze noch so aus:

Jetzt, einen Monat später, bin ich mehr durch Zufall im iTunes Store über folgenden Hinweis gestolpert.

True Blood Season 5? Ja genau, die Staffel, die derzeit in Amerika bei HBO angelaufen ist. Als True Blood Fan habe ich mir das natürlich genauer angeschaut. Man kann diese Staffel entweder in Englisch oder in Englisch mit Untertiteln als Staffelpass für den stolzen Preis von 28,99 Euro kaufen. Jede neue Folge steht am Folgetag nach der Erstausstrahlung zum Download bereit. Mit 2,50 Euro pro Folge ist das für deutsche Interessenten ein teures Vergnügen, aber wir haben endlich die Möglichkeit US-Serien zeitnah auf legalem Wege anzuschauen.
Reagiert HBO damit vielleicht auf den Comic von Matthew Inman? Immerhin produziert HBO neben True Blood auch Game of Thrones. Wir sollten im Auge behalten, ob True Blood ein Test vom Sender ist, oder ob das ab sofort bei allen Serien möglich ist.
Mitte des Monats startet bei AMC die 5. Staffel von Breaking Bad. Es wäre natürlich zu schön, wenn auch diese Serie mit einem Staffelpass in Deutschland legal zu kaufen wäre. Ich würde sie nämlich kaufen, genau wie ich es mit True Blood getan habe. Wenn ich durch das Zahlen von 30,- Euro legal meine Lieblingsserien kaufen und somit auf illegale Downloads verzichten kann, dann ist das eine gute Sache. Auch wenn der Preis nicht gerade günstig ist. Wie seht ihr das?

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Die EM 2012 und Social Media – Da geht noch mehr!

Deutschland ist im Fußballfieber. Das zeigt Euer Interesse an unserem Artikel Die EM 2012 und Social Media – Da geht einiges! – an dieser Stellen vielen, vielen Dank – und auch die zahlreichen weiteren Social Media Maßnahmen von anderen Unternehmen. Mir begegnen fast täglich neue tolle Social Media EM Projekte. Streng genommen haben viele der Konzepte mit Social TV nicht mehr viel am Hut. Aber, wie das Hamburger Abendblatt schon im Artikel zur EM und Social Media betitelt hat: Social Media ist ein Paradies für die Fans während der EM. Deutschland kommt derzeit nicht an der EM vorbei. Aus diesem Grund machen wir hier eine Ausnahme und bringen heute eine Fortsetzung zum ersten Artikel.

Fangen wir mit der Fanpage der Deutschen Nationalmannschaft an. Hier soll man als Fan der Deutschen Nationalmannschaft auf jeden Fall einmal vorbeischauen. Das haben sich sicher auch die 1,5 Millionen Fans gedacht. Auf der Fanpage könnt ihr die Spiele der deutschen Elf im Livestream direkt bei Facebook verfolgen, beim Tippspiel mitmachen oder Euch mit Hilfe Eures Profilbildes im EM Trikot ablichten lassen. Und und und, also vorbeischauen lohnt sich.

Sehr schön finde ich auch die Aktion von Brandwatch. Der Monitoring Anbieter zeigt, wie man die Datenmengen von Twitter zum Leben erwecken kann. Und dann könntet ihr bei einem Spiel der Deutschen Nationalmannschaft mal das Hashtag #IchBinSchiri verwenden 😉

Wer wissen möchte, wie hoch die Interaktion um die Europameisterschaft bei Facebook sind, sollte bei AllfacebookStats vorbeischauen. Hier werden die Fanpages der Nationalspieler miteinander verglichen.

Auch wenn Jogi leider kein Fan von Facebook & Twitter ist „Meine Art, zu kommunizieren, ist das nicht. Ich halte diese Form des Austausches eher für gefährlich“ erklärte er in einem Interview mit der Zeit. Social Media hatte in Deutschland noch nie so viel (positive) Aufmerksamkeit wie derzeit zur Europameisterschaft. Dank Twitter & Co erfährt der aufmerksame Social Media Beobachter bspw. vom spanischen Nationalspieler Cesc Fàbregas, dass es am ersten Spieltag Pannen bei der Dopingkontrolle gab und einige Spanier gleich dreifach getestet werden mussten. Und Wayne Rooney veröffentliche vor dem Spiel mit Spanien ein Foto, das ihn mit Teamkollege Ashley Young beim Pool Billard zeigt mit dem Kommentar: „Rumhängen mit meinem Freund Ash, eine gute Ablenkung‘‘. Am Ende des Artikel zieht das Hamburger Abendblatt das Fazit: „Fakt ist: Durch die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter erfahren die Fans oft mehr von ihren Stars als die Journalisten vor Ort.“ Ist es nicht genau das, was wir uns eigentlich wünschen? Der Blick hinter die Kulissen, das Gefühl am Geschehen aktiv teilzunehmen?

Zum Ende gibt es noch eine schöne Infografik von Zalando mit den etwas anderen Statistiken zur EM. Sehr gelungen würde ich sagen, oder wusstet ihr schon, wann die beste Zeit ist sich ein Bier zu organisieren 😉

ZALANDO Infografik

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Die EM 2012 und Social Media – Da geht einiges!

Eigentlich bin ich ja nicht so der Fußballfan. Die Spiele zu verfolgen, ist bei einer WM oder EM aber natürlich Ehrensache. Noch mehr Spaß macht das Ganze, wenn man via Second Screen vor, während und/oder nach dem Spiel Zusatzmaterial zur Verfügung gestellt bekommt. Hier sind alle dabei, die ARD, das ZDF, die UEFA, Twitter und und und. Da man hier leicht den Überblick verliert, bekommt Ihr an dieser Stelle einen kurzen Überblick. Was gibt es und was sollte man sich mal anschauen.

EM-Twitterwall der Bildzeitung

Twitter selbst hat ja bereits auf der re:publica berichtet, dass Fußball eine wichtige Rolle spielt. Aus diesem Grund versorgt Twitter schon während der Bundesliga fleißig offizielle Hashtags. So auch zur EM 2012. Im Blogartikel „Twitter und die Fussball Euromeisterschaft 2012 – #Euro2012“ teilt Twitter gleich mal die Twitteraccounts der Nationalspieler und den offiziellen Account vom DFB Team mit. Weiterlesen

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Die ARD nutzt den ESC als Social TV Event und keiner bekommt es mit

… bzw. nur ein geringer Teil der deutschen Zuschauer. Ich habe gestern – mehr durch Zufall – auf der offiziellen Seite vom Eurovision Songcontest folgenden Hinweis entdeckt.

Diskutieren Sie mit!Hinweis zum Livestream

Im Livestream haben Sie während der Sendung die Möglichkeit, mit anderen ESC-Fans zu diskutieren. Teilen Sie Ihre Kommentare mit uns: per Facebook, Twitter – Ihre Tweets laufen auch im ARD Teletext auf der Seite 777 auf, wenn sie mit dem hashtag „ardesc“ versehen sind – oder direkt auf unserer Seite.

In der Presse gab es dazu keine Berichterstattung. Warum eigentlich? Das ist doch eine tolle Aktion. Wer den Hashtag #esc gestern Abend verfolgt hat, hat sicher den einen oder anderen Tweet zu #ardesc entdeckt und geschaut, was das eigentlich ist. Insgesamt waren in meiner Timeline jedoch deutlich mehr Tweets mit dem Hashtag #esc als #ardesc. Weiterlesen

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Komm ich jetzt im Fernsehen? – Die Rundshow startet ein TV Experiment

Die Rundshow ist da. Seit Wochen haben wohl einige Zuschauer auf den Start der Rundshow gewartet. Am Montag war es dann so weit. Es war voll bei Twitter und zumindest ich hatte den Eindruck, dass es beim Bayrischen Rundfunk um diese Uhrzeit Rekorde in Sachen Einschaltquoten gibt. Die Realität sah ein bisschen anders aus. Aber vielleicht haben die meisten Zuschauer auch den Livestream verwendet?

Vor etwa vier Wochen wurde auf dem Blog der Rundshow mit dem Aufruf „Let‘s be pirates“ ein Fernsehformat angekündigt, das es bisher so in Deutschland noch nicht gegeben hat. In der Sendung sollen tagesaktuelle Themen aufbereitet werden. Und die Zuschauer können via Twitter, Facebook und Google Hangout – Telefon und Email funktioniert übrigens auch – live mit den Moderatoren interagieren. Tagsüber kann die Redaktionskonferenz via Livestream oder Google Hangout mitverfolgt werden, vor und nach der Sendung sind die Zuschauer ebenfalls live zugeschaltet. Und während der Sendung kann man über die App mit dem schönen Namen „Die Macht“ zu Umfragen abstimmen und via Daumen-hoch-oder runter-Button im Studio Applaus oder Buh-Rufe auslösen.

Am Montag hat dann wohl die gesamte Netzgemeinde vor dem TV gesessen. Das Thema des Tages waren die Proteste in Europa. Meiner Meinung nach nicht das perfekte Thema für den Start aber das ist Ansichtssache. Ich persönlich hatte beim Zuschauen einen schlechten Start. Auf der re:publica wurde angekündigt, dass die Rundshow auch über Facebook geschaut werden kann und das wir das doch auch machen sollen. Die folgende Information hat mich leider daran gehindert.

Livestream via Facebook

Aber es gibt ja noch die BR Mediathek und so war der Abend gerettet. Die Sendung selbst wimmelte nur so von Hangout und Skype Konferenzen. Während es Videoschaltungen im Überfluss – ja es war eindeutig zu viel – gab, wurden Twitter und Facebook quasi nicht erwähnt. Alles in allem trotzdem eine runde erste Folge mit Verbesserungspotential.

Das Feedback haben sich die Macher auch für die zweite Sendung zu Herzen genommen. Die hatte Facebook als Thema. Mir persönlich wurde Facebook – wie bei zahlreichen anderen Medienberichten in TV und Print – etwas zu negativ dargestellt. Aber gut, wir sind hier eben immer noch bei der ARD. In dem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach der Zielgruppe für die Sendung. Ist die Rundshow eine Sendung für die sogenannte „Netzgemeinde“? 😉 Versteht mich nicht falsch, ich finde die Sendung und die Richtung in die sie sich bewegt, super. Für jeden „normalen“ Benutzer ist das alles jedoch vielleicht ein bisschen zu viel!? Die meisten Deutschen sind, wenn überhaupt, nur beim bösen Facebook vertreten. Es ist immer schwer und ein schwerer Grat unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen. Auf der einen Seite möchte man dem „normalen“ Zuschauer das Web näher bringen. Hier ist es notwendig, dass in der Sendung viel erklärt wird bspw. warum „Catcontent“ lustig ist oder wie man auch ohne Account bei Facebook, Twitter oder Google+ teilnehmen kann – denn das ist ja möglich. Auf der anderen Seite hat man die netzaffinen User, die sich bei ausführlichen Erklärungen sicher gelangweilt fühlen und eine hohe Social Media Integration erwarten. Und das alles in einem Format mit 30 Minuten Sendezeit. Ist es überhaupt möglich, webaffine Menschen und offline Menschen in einem Unterhaltungsformat zusammen zu bringen? Und wir alle wissen, dass die Rundshow von den Onlinern sehr viel Feedback zur Sendung bekommen hat und diese Punkte auch umgesetzt werden. Was sagen denn die Offliner zur Sendung? Wie ist Eure Meinung zur Zielgruppenproblematik?

Bei der zweiten Sendung habe ich dann übrigens den Livestream entdeckt und festgestellt, dass dort auch vor der Sendung schon gesendet wird.

Livestream mit der Soviet App

Der mangelnde Livestream im Screenshot ist alleine meiner Internetverbindung zuzuschreiben und nicht der Rundshow. Neben dem TV Bild sieht man als Zuschauer auch die Daumen-hoch-oder-runter-Abstimmungen der User. Das ist wirklich eine tolle Möglichkeit aufzuzeigen, wie andere Zuschauer die Sendung empfinden. Rechts unten werden die aktuellsten Tweets, Facebook & Google+ Kommentare, sowie Beiträge über die App selbst angezeigt. Hier hätte ich mir nur gewünscht, dass dieser Bereich etwas größer ist, da man maximal drei Beiträge zu sehen bekommt.

Die dritte Sendung habe ich dann nicht mehr live, sondern am nächsten Tag bequem in der Mediathek geschaut. Das lag vor allem am Thema: Fußball. Auf diese Weise habe ich dann aber herausgefunden, dass nicht nur die Sendung, sondern auch der gesamte Vor- und Nachspann mit angeschaut werden kann. Das ist eine schöne Idee, denn so werden auch die „normalen“ Zuschauer darauf aufmerksam gemacht, dass es auch ein Vor- und Nachprogramm der Sendung gibt.
Die Sendung an sich fand ich dann doch recht spannend und vom Aufbau eine erneute Steigerung zu den Vorgängersendungen. Vor allem der #flausch und #cat Content waren eine witzige Idee.

Y-Titty finde ich persönlich nicht so spannend. Vielleicht bin ich dafür einfach schon zu alt. In der letzten Sendung gab es den dritten Teil der Serie auch nicht mehr on air zu sehen. Ob das jetzt an den vielen Diskussionen in der Sendung und der damit verbundenen Verzögerung der Sendung oder an der Kritik zu Y-Titty lag, wissen nur die Macher der Rundshow. Sascha Lobo hat uns auf der re:publica allerdings darauf aufmerksam gemacht, dass die Teenie-Zielgruppe auf YouTube ist und dort untereinander kommuniziert. Möchte man diese erreichen, kommt man an der Videoplattform nicht dran vorbei. In diesem Zusammenhang ist die Idee, Y-Titty in die Sendung zu integrieren, gar nicht mal so schlecht 😉

Auch wenn ich nicht alles toll finde, die Macher der Rundshow machen einen sehr guten Job. Auf uns warten jetzt noch drei weitere Testwochen mit der Rundshow und ich bin schon sehr gespannt, was uns noch alles erwartet.

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Social TV und alle so yeah

… den Eindruck bekommt man, wenn man heute meine Tweets verfolgt hat. Denn ich habe fast nur über Social TV getwittert. Das Thema boomt! Bei Scoop.it habe ich schon vor längerer Zeit ein Topic zu Social TV angelegt, in dem ich alle relevanten Artikel zum Thema ablege. Dabei erwische ich sicher nicht alle, denn ich habe das Gefühl momentan berichtet jeder darüber (zumindest im englischsprachigen Raum). Auch im deutschen Fernsehen tut sich was. Heute gab es die Ankündigung von Richard Gutjahr zur „neuen“ rundschau, da bin ich sehr gespannt drauf. Das ZDF hat ebenfalls angekündigt, in die Sportschau durch einen Google Hangout einen Hauch Social Media zu integrieren. Und dann gibt es das Programm der re:publica, bei dem Social TV auch Thema ist, z.B. mit dem Slot „ARD – und sie bewegt sich doch„.

Zu Social TV gehören auch die verschiedenen Check-In Dienste wie GetGlue und Miso. Über Ostern habe ich mir Sidereel etwas genauer angeschaut. Wie bei GetGlue und Miso kann ich verschiedene Sendungen als „gesehen“ markieren und ich kann Freunden „folgen“. Der Unterschied zu den beiden erstgenannten Diensten ist der Terminkalender. Ich kann verschiedene Shows tracken und sie damit in einen Kalender eintragen. Von Sidereel werde ich dann täglich benachrichtigt, zu welcher Sendung eine neue Folge erschienen ist. Da auch amerikanische Serien zwischendurch mal Pausen einlegen ist das gar nicht so schlecht.
Da bei Sidereel auch Links zu den Streams angezeigt werden, hat das Tracking natürlich eine ganze andere Bedeutung. Wenn man fleißig alle gesehenen Sendungen anklickt, erscheint bei Sidereel der Hinweis „You are up to date“. Bei den Shows gibt es die Unterscheidung beim Status Hiatus und Current (und theoretisch auch upcoming und concluded).
Darüber hinaus habe ich dank Stephan noch einen weiteren Dienst für TV und Serienfreunde wie mich entdeckt, nämlich Letterboxd. Ähnlich wie bei Tweek TV basiert dieses Netzwerk auf Empfehlungen von Freunden. Da überall immer nur von Filmen die Rede ist, existiert zu Serien ein bisschen chaos. Ich habe beispielsweise nach Game of Thrones recherchiert und finde dazu 35 Einträge, teilweise zur Serie selbst, teils zu einer Staffel oder einzelnen Folgen. Das ist noch nicht perfekt gelöst. Ansonsten ermöglicht Letterboxd bei Filmen anzugeben, ob man den Film gesehen hat, man kann ihn bewerten, kommentieren usw.
Darüber hinaus erhält man bei Letterboxd Hinweise, welche Filme die Freunde bei Twitter & Facebook so schauen. Was ich gut finde, ist die Möglichkeit nach Schauspielern bzw. Regisseuren etc. zu suchen. Ich kann mir auch eine Liste mit Filmen erstellen, die ich schon gesehen habe oder noch sehen möchte. Mein Profil ist noch ziemlich langweilig, da ich noch nicht so wahnsinnig viel mit Letterboxd herumgespielt habe.
Auch wenn Letterboxd und auch Sidereel jetzt nicht direkt etwas mit Social TV zu tun haben. Beide Dienste unterstützen den Nutzer dabei sich online mit Freunden über Filme auszutauschen. Bei Miso habe ich noch keine SideShow entdeckt. Natürlich kann man diese auch selbst anlegen, aber wenn dann möchte ich das auch richtig und ordentlich machen und das braucht Zeit 😉 Um die User zu motivieren, bietet Miso derzeit in Zusammenarbeit mit HBO an, bei der Superfan Sideshow Challence zu Game of Thrones mitzumachen.
Das folgende Video erklärt die Bedeutung der SideShow und sobald ich selbst einmal eine SideShow erstellt habe, werde ich Euch daran teilhaben lassen.
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Von Social TV und Serienjunkies

Der letzte Artikel liegt nun schon eine Weile zurück. Seitdem ist einiges passiert. Die Oscar Nacht mit unserem Social TV Projekt lief gut. So gut, dass wir weitermachen möchten. Ihr könnt also gespannt sein, was Euch bei We Make Social TV noch alles erwartet. Auf unserer Fanpage werden wir in den nächsten Tagen / Wochen die Geschichte vom Bewegtbild und vom Fernsehen in der Chronik aufbereiten. Bei mir hat sich darüber hinaus auch beruflich etwas geändert. Aus diesem Grund werde ich demnächst den „Über den Blog“ Bereich überarbeiten und Euch ein bisschen mehr dazu erzählen. Nicole wird sich dort auch endlich mal ausführlicher vorstellen.

In den letzten Wochen haben sich die TV Sender ebenfalls weiterentwickelt.  Sie sind zwar noch nicht da, wo ich sie gerne hätte, aber das kommt sicher noch 😉 Zeitgleich zum Barcamp Ruhr hat RTL2 die komplette Staffel von Game of Thrones gezeigt. Eine großartige Serie und ein Muss für Freunde von Herr der Ringe oder ähnlichen Phantasie-Serien. RTL2 hat bisher nicht zu den Sendern gehört, die ich mir anschaue, aber Aktionen wie ein Serienweekend könnten das ändern.
Hätte nicht zeitgleich zum Game of Thrones Weekend das Barcamp in Essen stattgefunden, hätte ich mir die Serie sicher angeschaut. Das ZDF hat mit der britischen Fernsehserien Sherlock wohl ein ähnliches Event durchgeführt, was ich aber leider komplett verpasst habe. Ich finde die Idee großartig. Damit gehen die deutschen Fernsehsender endlich auf die Sehgewohnheiten von Serienjunkies wie mir ein.

Auch wenn ich das Serienweekend nicht live im Fernsehen mitverfolgen konnte, habe ich mir die Tweets zu Game of Thrones unter zwei Gesichtspunkten angesehen. Der erste Punkt ist herauszulesen, wie dieses Event bei den Usern so angekommen ist. Der zweite Aspekt, nämlich wie viele User twittern überhaupt parallel zu einer Fernsehserie, ist für mich viel interessanter. Während der Ausstrahlung des Tatort diskutieren etliche User auf Twitter über die Handlung. Allerdings muss ich mich jedes Mal entscheiden, ob ich jetzt eher dem Verlauf der Handlung oder dem der Timeline folgen möchte, denn beides gleichzeitig funktioniert zumindest bei mir nicht so gut. Bei Formaten wie Germanys next Topmodel oder Skripted Reality Shows wie Bauer sucht Frau ist es nicht tragisch Teile der Handlung zu verpassen. Sie sind nicht wichtig, um den Zusammenhang zu verstehen. Bei Serien kann es durchaus passieren, dass wenn man nicht aufpasst, man den Anschluss an die Handlung verliert. Das heißt aber nicht, dass ich die Folge alleine schauen möchte. Momentan schaue ich in Ruhe meine Serie und lese dann sehr oft im Anschluss die Reviews bei Serienjunkies & Co. um zu wissen, was andere so zur Folge denken. Amerikanische Serien schauen die meisten eben „On Demand“. Was passiert, wenn ein Sender einem durch ein Serienweekend jetzt aber das gemeinsame Schauen ermöglicht? Die Betrachtung der Tweets zu Game of Thrones sind da nur der Anfang. Ich möchte mich in der nächsten Zeit genauer mit dem Nutzungsverhalten der deutschen Twitterer widmen und herausfinden, welche Formate denn wirklich via Twitter mitdiskutiert werden und ob sich auch Serien für Social TV Events eignen. Miso bietet den Usern bereits an, eine Sideshow (Hinterlegen von Hintergrundinformationen zur einzelnen Folge) zu erstellen. Das Feature werde ich in der nächsten Zeit auch ausprobieren und Euch ausführlicher darüber berichten.

Nach dem Erfolg von Game of Thrones zeigt RTL2 jetzt auch The Walking Dead als Serienweekend. Aufgrund der Analyse, die ich zu Game of Thrones gemacht habe, möchten wir (das We Make Social TV Team) hier gerne ein Social TV Event ausprobieren. Lasst uns die Serie gemeinsam schauen, über die schlechte Synchro lästern und zählen, wie viele Schnitte bei der Serie gemacht wurden. Apropos Schnitte. Wer wissen möchte, wie viel bei GOT denn jetzt geschnitten wurde, wird hier fündig. Darüber hinaus fände ich es toll, wenn wir uns mit Hintergrundinformationen zur Serie versorgen und das dann auf Twitter bzw. direkt via Couchfunk App streuen. Das sind nur meine ersten Ideen zum Thema. Wir brauchen jetzt Eure Ideen und vor allem Eure Bereitschaft Euch die Nächte, in denen Walking Dead bei RTL2 ausgestrahlt wird, um die Ohren zu schlagen. Wir möchten nämlich, dass Ihr bei zukünftigen Events mitmacht!

Neben Walking Dead haben wir noch ein weiteres Event im Kopf, für das wir ein paar Social TV Fans benötigen. Am 26. Mai ist der Eurovision Song Contest. Dieses Event bietet sich auch für Social TV an. Auch hier habe ich schon zahlreiche Ideen gesammelt, z.B. könnte eine Person das Event beim Public Viewing verfolgen und online über die Stimmung berichten usw. Wer Ideen oder Lust hat mitzumachen, meldet sich am besten per Mail oder via Kommentar zum Artikel bei mir.

Nachfolgend habe ich ein paar Tweets zu Game of Thrones zusammengestellt. Es wurde darüber diskutiert, ob es jetzt gut ist, dass RTL2 gleich alle Folgen zeigt. Hier sind die User geteilter Meinung, aber ich finde die Idee wirklich gut. Dann wurden natürlich die Synchro und auch die Schnitte besprochen. Ein paar Tweets zur Handlung oder den Charakteren haben ich zusammengestellt.

Stacheltier ! @Igelmonster
Mittagsschlaf wegen Fernsehmarathon soeben beendet. #GameOfThrones kann kommen 🙂

Mira Sun ! @MiraSun
Ich mag das Anfangstheme von #GoT so sehr! Ist total schön melodisch und passend zum Thema! Man wünscht sich in einem Thronsaal zu tanzen!

Sonja ! @elenoreAM
#GameOfThrones nehme ich übrigens auf…damit ich alles komplett und ohne Werbung schauen kann.

Michael Schmidt ! @Schmiddl_HH
Schaut gleich #GameOfThrones #Rtl2 Die Kinder schlafen, Brote sind geschmiert, Cragganmore Dest. Edt. steht bereit, der Winter kann kommen!

Julia E. ! @Kleines_Proton
Gleich 2. Runde von #GameofThrones diesmals ohne Kommentare von @Tweety6919. Schaust du auch?

Sarah ! @AlbusLepus
Wow. 1. Minute #gameofthrones und schon find ich die Synchronisation relativ grauenhaft…

Michael Bach ! @ElCobra
Eigentlich finde ich die Übersetzung „Königsmund“ für King’s Landing eher bescheiden, aber bei einer Königin Cersei… #got

chrisi ! @djchrisi
Die deutschen tun mal wieder was sie am besten können: jammern. Heute über #GameOfThrones in deutsch #got #rtl2

S_A_M06 ! @S_A_M06
Ich kann mich einfach nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte mal freiwillig #RTL2 eingeschaltet habe. #GameOfThrones #got

Frau Thor ! @Frau_Thor
Hab #GameOfThrones heute bis jetzt ohne Twitter geschaut. Sehr entspannend. Jetzt guck ich hier rein… Gemecker wie gehabt. Ach ihr…

Sebastian ! @T3AMGEIST
John Schnee kann ich einfach nicht ernst nehmen. #snow #GoT

Sebastian ! @T3AMGEIST
Also viel geschnitten ist da wohl doch nicht… #GoT

Gulliver ! @gulliver372 @kwatschmitsauce
So dumm, dass #RTL2 sein Pulver an 2-3 Abenden verschiesst. Hätten #gameofthrones sowas von auskosten können!

Davina ! @Vinchen1984
Ist ja voll ekelig… Einem Pferd den Kopf abzuhauen… #GameOfThrones

Thomas Czisch ! @Nerdpfleger
Schön das so viele in meiner Timeline nun #GameofThrones schauen, jetzt wo es im Freie TV läuft! Ihr habt alle einen guten Geschmack 😉

Carl-Eric ! @cemenzel
Wie nicht anders zu erwarten, ist die deutsche Fassung von #GameOfThrones auf #rtl2 stark geschnitten. #fail

S_A_M06 ! @S_A_M06
Großes Lob an @RTLII, das sie während #GameOfThrones nicht all zu viel Werbung einspielen. Hätte nie gedacht das ich @RTLII mal lobe. #got

Catii ! @MISSZITROENCHEN
Jetzt bekommt er seine krone #GameOfThrones iich denke es ist schemrzhaft

any body ! @p0litix
@conflictman666 Hach – bin ich doch nicht allein in der TL bei #GoT

conflictman666 ! @conflictman666
Ganze Familie verkuppeln wegen einer Brücke ? Dann lieber schwimmen #GoT

Luis I. ! @Lil_skaens
Da ist sie ja! Sibel Kekilli! #GameOfThrones

Luis I. ! @Lil_skaens
Das ist ungerecht, dass Sean Bean schon wieder vorzeitig abtreten muss. Aber geil, wie konsequent #GameOfThrones bleibt!

andreas ! rensch ! @arensch
Dieser Joffrey ist aber echt ein Arschlochkind. #gameofthrones

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Das bisschen Fernsehen, das wir brauchen, machen wir uns selber!

Das und der Hinweis „Wenn Zuschauer zurücksenden“ war der Titel einer Session der Social Media Week. Und es trifft den Nagel auf den Kopf. Auch ein Grund warum wir die Oscar Verleihung mit Euch zusammen zu einem Social TV Event machen möchten. Denn ich schaue selten Fernsehen, weil viel zu wenig interessante Inhalte geboten werden. Aber der Reihe nach. Der Titel der Session gehört zu den Konspirativen KüchenKonzerten. Ein Projekt, das ziemlich cool ist und von dem ich bisher noch nichts gehört hatte.

Was sind die Konspirativen KüchenKonzerte?

Die Konspirativen KüchenKonzerte sind eine Fernsehshow, die Live-Auftritte von Musikbands und Arbeiten darstellender Künstler verbindet und gekocht wird auch noch. Frustriert über den „Niedergang des informativen Musikfernsehens und die altertümliche Darstellung von zeitgenössischer Kunst im TV“ ist dieses TV-Format 2009 enstanden. Zwei Jahre lang produzierte die Gruppe ohne TV-Erfahrung, ohne Geld und ohne großen Sender das TV- und Web-Format. Das Event findet immer in der Wohnung von Marco Antonio Reyes Loredo statt. Er bekocht auch seine Gäste. Da die sich die Rezepte aussuchen können, findet Ihr auf der Homepage die unterschiedlichsten Kreationen. Die Zuschauer dürfen mitbestimmen, wer in die Sendung kommt und online gibt es massig Zusatzmaterial. Social Media wurde hier zu Beginn eigentlich nur mehr oder weniger zufällig eingesetzt, dafür ist die Sendung insgesamt ziemlich social. Das es ein wirklich tolles Format ist, zeigt sich an der erneuten Nominierung des Adolf-Grimme-Preises in der Kategorie Unterhaltung. Ich drücke auf jeden Fall die Daumen. Und Ihr könnt Euch jetzt erst einmal den Trailer anschauen.

Seit August 2011 ist die Sendung bei ZDF Kultur zu sehen. Das ZDF ist sowieso sehr fortschrittlich, was die Kombination von Social Media & Fernsehen betrifft. In der Sendung ZDF „log in“ darf der Zuschauer via Facebook & Co Fragen stellen und die Gäste in der Sendung müssen diese beantworten.

Auch die ARD zeigt sich durch die Kooperation mit Richard Gutjahr den neuen Medien auch nicht abgeneigt. Eine Rundschau Sendung habe ich noch nicht gesehen, kann also nicht davon berichten. Auf der Seite http://rundshow.gutjahr.biz/ sammeln die Betreiber jedoch Infos zum Thema Social TV und zum Konzept der Sendung. Es ist also nicht so, als ob sich die deutsche TV Landschaft gar nicht mit dem Thema beschäftigt. Hier und da gibt es erste Lichtblicke, die breite Masse bekommt davon jedoch noch nicht wirklich was mit.

In Amerika wird Social Media in allen Facetten selbstverständlich mit eingebunden. Viele Inhalte der Serienseiten weisen auf Social Media Inhalte hin.

Bei amerikanischen Serien wie „True Blood“ – ich liebe diese Serie!!! – oder „How I met your mother“ bieten die Sender massig Zusatzmaterial an. Zu Beginn der letzten Staffel von True Blood konnten Facebook Fans via App in die Welt von Bon Temps eintauchen und mit Eric chatten, die Bar Fangtasia hat eine eigene Facebook Fanpage (die allerdings von Fans betrieben wird) und der Vampir Jessica bloggt über ihr Leben unter der URL http://www.babyvamp-jessica.com/. Die Wartezeit bis zur nächsten Staffel wird den Fans durch den Inside Blog versüßt.

Was ich bei HIMYM so toll finde ist, dass jede Webseite die in der Serie erwähnt wird, wirklich erstellt wird. Dazu zählen u.a. http://barneysvideoresume.com/ oder http://itwasthebestnightever.com/. Dann gibt es natürlich den Blog und Twitteraccount von Barney, einen Podcast und einen YouTube Kanal von HIMYM und CBS auf dem so wunderbare Videos zu finden sind, wie das Musikvideo von Robin Sparkles.

Bevor selbst die amerikanischen Sender solche Inhalte angeboten haben, haben ein paar Serienfans Seiten wie http://www.serienjunkies.de/ oder http://www.myfanbase.de/ aufgebaut. Auf diesen Seiten findet man sehr viele Hintergrundinformationen, Episodenbeschreibungen und Reviews zu Serien und den Schauspielern. In eine ähnliche Richtung geht die Seite http://www.sidereel.com/. Die Besucher der Seite können allerdings nicht nur Informationen wie bei Serienjunkies und myFanbase nachlesen, die Betreiber erstellen ihr eigenes Fernsehen. Der hohe Nutzen solcher Seiten zeigt das Bedürfnis der User an solchen Inhalten. Und da wären wir wieder beim Punkt: Wenn die Sender keine relevanten Inhalte liefern, machen wir – die Zuschauer – uns unser Fernsehen selbst.

Die wirklich interessanten Mehrwertinformationen, beispielsweise Backstage Informationen vom Set, könnten die Fernsehsender jedoch nur selbst liefern.

Screenshot der Tatort Fanpage
Screenshot der Tatort Fanpage
Der Tatort wird in Deutschland schon seit Jahren auf Twitter diskutiert. Irgendwann wurde die Tatort Fanpage erstellt und jetzt unterhalten sich die Nutzer auch auf Facebook über die Sendung. Die Fanpage hat mittlerweile eine halbe Millionen Fans. Der Post zum Tatort vom 12. Februar hatte knapp 600 Kommentare, kein einziger davon stammt von den Betreibern der Fanpage. Warum sucht man nicht den Dialog mit den Usern? Auf der Fanpage werden meist Informationen zum nächsten Tatort (Sendezeit) und der Link zur Mediathek gepostet. Ab und zu gibt es auch Zusatzinformationen wie Outtakes, Special Effects etc. Auf der Webseite der ARD gibt es noch viel mehr Informationen. Warum wird das bei Facebook nicht genutzt? Stellt Euch mal vor, ein Schauspieler vom Tatort würde zusammen mit den Online Nutzern den laufenden Tatort im Fernsehen diskutieren?
„Gemeinsam ermitteln macht mehr Spaß als alleine auf der Couch“. Ja, finden wir auch. Aber auf der Fanpage wird man in die nächste Kneipe zum Public Viewing geschickt. Die ARD und die Zuschauer schauen in jedem Fall getrennt.

Wenn man sich mit dem Thema Social TV beschäftigt, stolpert man auch früher oder später über die Apps wie GetGlue und Miso. Während die ersten Unternehmen verschiedene Location Based Services für das Marketing eingesetzt haben, werden in den nächsten Jahren Aktionen mit Social TV Apps folgen.

In Amerika konnten die User via GetGlue zuletzt beim Superbowl einchecken. Auch die Oscar Verleihung ermuntert die User das zu tun. Beide Veranstaltungen haben Social Media sehr intensiv eingesetzt. In Amerika werden die Oscars natürlich auch live mit dem Partner Mass Relevance, wie schon letztes Jahr, begleitet. Die User können vorab mitteilen, welcher Film sie bisher am meisten beeinflusst hat und Fragen für den Red Carpet stellen.

Auf der Webseite von ProSieben gibt es zwar massig Infos, aber der unserer Meinung nach wichtige Schritt und zwar die Diskussionen und der Austausch während der Oscar Verleihung mit dem Zuschauer, fehlt. Warum eigentlich? Liebes Oscar Team von ProSieben, Ihr habt die ganzen Zusatzinfos. Ihr könnt die Fragen der User während der Verleihung doch sicher bestens beantworten. Wir laden Euch hiermit ein, mit uns auf makesocial.tv die Oscar Verleihung live mitzuerleben!

Wer unsere Seite nicht besuchen möchte, kann sich durch den Javascript Code auch den Stream in seine eigene Webseite einbinden. Den Embedded Code findet Ihr rechts oben auf der Seite makesocial.tv.

Jetzt habe ich wieder so viel geschrieben, aber es ist natürlich noch längst nicht alles gesagt. Ich könnte hier noch zahlreiche Beispiele und Möglichkeiten durchgehen. Vielleicht beim nächsten Artikel 😉

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Social TV – Wie kann man ein TV-Ereignis und Social Media verbinden

In angloamerikanischen Ländern ist Fernsehen bereits längst nicht mehr das, was es einmal war. Früher haben sich die Zuschauer ausschließlich vom TV Programm berieseln lassen. Die einzige Tätigkeit lag beim Programmwechsel beim Zappen via Fernbedienung. Heute läuft zeitgleich zum TV auch der PC oder der User hat das Smartphone im Blickfeld. Viele Zuschauer unterhalten sich vor allem via Twitter und Facebook über Serien und TV Ereignisse mit anderen Usern und die Sender diskutieren mit. Generell geht es bei Social TV um Fernsehen, das interaktiv wird und es geht um den Dialog zwischen den Nutzern und den Fernsehsendern.


Nutzungsarten von Twitter und Facebook beim TV-Konsum, Quelle: TVGuide.com

Laut dem Marktforscher GfK nutzen britische Zuschauer unter 35 Jahren vor allem Facebook um sich mit Freunden über das TV-Programm zu unterhalten, während sie vor der Mattscheibe sitzen. In den USA sind bereits 40 Prozent der Zuschauer, die ein Smartphone oder Tablet-PC besitzen, parallel zum Fernsehen online.
Jonathan Taplin, Professor für Neue Medien und Direktor des Annenberg Innovation Lab in Los Angeles, sieht einen enormen Trend zum Social TV: „Interaktives Fernsehen ist uns seit mehr als 20 Jahren versprochen worden, aber es ist nie etwas daraus geworden“. Nach Taplin lag das bisher an der Fernbedienung, die für nichts anderes tauge, als den Kanal zu wechseln. Jetzt im Zeitalter von Smartphone oder Tablet-PC, ändert sich das: „Man hat diese Geräte ständig in Griffweite, also nutzt man sie auch.“ (Quelle: Stern)

Social TV in Deutschland

In Deutschland hat die Verbindung von TV und Social Media durch den Tatort erste Berührungspunkte erhalten. Nachdem sich der Tatort als gemeinsames Online-Erlebnis etabliert hatte, wurden auch weitere TV-Formate wie z.B. “Bauer sucht Frau” oder “Deutschland sucht den Superstar” auf Twitter oder Facebook online diskutiert. Dadurch wird das konsumieren einer Sendung zu einem Gemeinschaftserlebnis. Die Nutzer tauschen sich aus und spekulieren über den weiteren Verlauf der Sendung. Der früher so beliebte gemeinsame Fernsehabend mit der ganzen Familie erhält durch die technologische Entwicklung und die  Möglichkeiten von Social Media eine Renaissance. Allerdings diskutieren hier die User größtenteils nur untereinander, während die Fernsehsender das Potential scheinbar noch gar nicht richtig erkennen.  
Es lässt sich nicht genau spezifizieren, ob und in welchem Umfang die Fernsehsender diese Gespräche überhaupt wahrnehmen.

Twitter und Facebook im Deutschen Fernsehen, Quelle: AppAdvisors

Viele Deutsche Sender stehen bezüglich Social TV noch am Anfang. Zu aktuellen Beispielen gehören ProSieben und Sat.1 mit der Castingshow “The Voice” und „Gottschalk TV“ von der ARD.
Über die App “The Voice of Germany Connect” konnten die Zuschauer via PC, Tablet oder Smartphone die Twitter-Timeline zum Hashtag #voice und die Facebook-Updates der Show verfolgen und im Chat mit Facebook-Freunden diskutieren. Eine wirkliche Diskussion zwischen Sender und Zuschauer fand allerdings nicht statt. Beim Hashtag #voice wurde nicht mit einem Sprachfilter gearbeitet, so dass auch viele irrelevante Tweets auftauchten. Verbesserungswürdig ist auch die Integration von Social Media in die Show selbst. Während der Sendung wurden bspw. nur vereinzelt Tweets vorgelesen oder kurzzeitig eingeblendet. Oft wirkte die Integration von Social Media darüber hinaus etwas zu gewollt. Insgesamt ist die ProSiebenSat1 Media AG trotzdem auf dem richtigen Weg.

Im Gegensatz zur ProSiebenSat1 Media AG bindet die ARD mit Ihrer Sendung “Gottschalk TV” die sozialen Kommunikationskanäle noch weniger ein. Beim neuen Fernsehformat mit Thomas Gottschalk wurde angekündigt, dass Social Media eine besondere Rolle spielen soll. Die Idee war gut und wurde im Vorfeld sehr stark im Netz thematisiert. Das hohe Kommunikationsvolumen im Vorfeld hat dann auch zu einer guten Einschaltquote der ersten Sendung geführt. Das Format an sich und die mangelnde Integration von Social Media führte jedoch zu einer schnellen Ernüchterung. Social Media spielt bei Gottschalk TV nur eine untergeordnete Rolle und wird kaum oder gar nicht erwähnt. Der Sender verspielt hier (noch) sehr viel Potential.


Wie könnte man Social TV effektiver einsetzen?

Wenn sich die Nutzer über eine Sendung online austauschen, könnten TV-Sender durch eine aktive Teilnahme an den Gesprächen sowie das Streuen von “exklusiven” Zusatzinformationen den Usern einen Mehrwert bieten. Die Sendung “Gottschalk TV” könnte z.B. Links zu Seiten und Projekten der Gäste, Fotos oder kurze Videos aus dem Backstagebereich etc. einbinden. Und warum fragt man die Zuschauer nicht, welche Fragen sie an die Gäste haben und beantwortet diese Live in der Sendung? Thomas Gottschalk könnte sich z.B. auch durch Gespräche mit seinen Gästen über deren Erfahrungen mit Twitter & Co. austauschen um damit sich und die Zuschauer in das Themenfeld Social Media einzuführen.

Dies würde nicht nur eine Steigerung der Kundenzufriedenheit und -bindung mit sich bringen, sondern ermöglicht den TV-Sendern auch ein direktes Feedback zu den Sendungen zu erhalten. Dieses Feedback kann z.B. zur Verbesserung zukünftiger Sendungen, Ideengenerierung und Trendforschung eingesetzt werden.

Social TV meets Oscars

Wir haben uns dazu entschieden zumindest den Teil, den wir ohne Hilfe der Sender beeinflussen können, so umzusetzen wie wir uns das wünschen würden und haben uns als erstes Event für die Oscar Verleihung in der Nacht vom 26.02.2012 auf den 27.02.2012 entschieden. Das Team welches für Euch zusammen die Oscar-Nacht zu einem besonderen Social TV Erlebnis machen möchte, setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:

Mit Couchfunk haben wir einen Anbieter gefunden der sich auf das Themenfeld Social TV spezialisiert hat und auf t3n bereits im Artikel “Das Fernsehen im Wandel – Second-Screen-Apps für den Social-TV-Konsumvorgestellt wurde.
Technologisch arbeiten wir mit der von Couchfunk entwickelten App. Diese wurde für Euch auf einer eigens aufgesetzten Website eingebunden. Zum anderen haben alle die Möglichkeit über einen Javascript Code den Stream in jede x-beliebige Website einzubinden.

So könnt Ihr Euren Lesern die Möglichkeit geben auch über Eure Seite an diesem Event teilzunehmen. Es gibt verschiedene Optionen, wie Ihr Euch mit uns und den anderen Teilnehmern austauschen könnt. Um Beiträge zu verfassen könnt Ihr entweder ein Benutzerkonto anlegen oder Euch mit Eurem Facebook Account einloggen. Es besteht aber auch die Möglichkeit über einen Gast-Account ohne LogIn teilzunehmen. Zusätzlich fließen alle Tweets mit dem Hashtag #makesocialtv in die App ein. Alle Beiträge könnt Ihr auch via Twitter und Facebook teilen. 

Wir werden für Euch die gesamte Oscar Verleihung kommentieren und moderieren. Zusätzlich werden wir Euch mit Zusatzinformationen versorgen. Von Trailern, über historische Informationen zu den Oscars bis hin zu allen wichtigen Infos zu den Filmen und Schauspielern wird alles vertreten sein. Natürlich stehen wir Euch auch für Fragen zur Verfügung und freuen uns auf den Dialog mit Euch.

Ist das jetzt Social TV?

Diese Frage lässt sich ziemlich einfach beantworten. Nein, natürlich ist dies nicht die endgültige Definition von Social TV. Als Sender hat man noch viel mehr Möglichkeiten auf das Geschehen im Netz einzugehen und dies wieder in der Sendung aufzugreifen. Das Potential für die Kombination aus TV und dem Social Web ist enorm und hier sind der Phantasie auch fast keine Grenzen gesetzt.  Auch wir haben noch viel mehr Ideen um das Erlebnis für die Nutzer noch zu intensivieren. Diese werden wir in künftige Social TV Events mit einfließen lassen. Die Oscar-Verleihung wird das Start-Event für weitere Projekte sein. Sowohl konzeptionell als auch technologisch werden wir diese Events noch verfeinern und ausbauen. Wir freuen uns auf ein tolles Social TV Event mit Euch!


Dieser Artikel wurde von mir und Stephan Röbbeln verfasst.

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