Hawaii – ein Reisebericht

Aloha. Urlaub ist schon etwas Feines. Ich kann gar nicht so recht glauben, dass meine drei Wochen Urlaub auf Hawaii und der anschließende Trip nach Vancouver und Seattle (zu den beiden Städten schreibe ich vielleicht auch noch etwas) schon wieder vorbei sind. Ein paar Erfahrungen und Learnings habe ich bei dieser Reise nämlich eingesammelt.

Die erste Erkenntnis habe ich gleich beim Start der Reise gemacht. Bei der Reise von Hamburg nach Honolulu bzw. generell Hawaii sollte man in jedem Fall einen Zwischenstop einlegen. 1 Stunde Flug nach Frankfurt, 13 Stunden Flug nach Los Angeles und noch mal 6 Stunden nach Honolulu sind einfach zu lang. Irgendwie ging da gar nichts mehr und ich meine Reisebegleiterin sind bei der Ankunft eigentlich nur noch ins Bett gefallen. Die Rückreise war da schon angenehmer und viel kürzer.

Und ja Hawaii – eine Inselkette im Pazifischen Ozean – wird wahnsinnig gehyped als das Paradies. Jeder, wirklich jeder dem mich vor dem Urlaub von meinem geplanten Reiseziel erzählt habe war geflashed. Ich am Ende auch. Und so kam es schließlich, dass ich mit wahnsinnig hohen Erwartungen in den Urlaub gegangen bin, Erwartungen die die Inseln unmöglich komplett erfüllen konnten. Und so war es dann auch. Als ich in Hawaii war und das Paradies live und in Farbe gesehen habe, war ich doch ein bisschen enttäuscht. So ziemlich am Ende der 14 Tage wurde mir so langsam bewusst, woran meine Erwartungen vermutlich gescheitert sind. Ich glaube auf den einzelnen Inseln gibt es paradisische Orte, das Waipio Valley beispielsweise.

Waipio Valley

Waipio Valley

Waipio Valley ist ein Tal, das man nur mit einem Auto mit Allradantrieb erreicht. Der Weg ins Tal führt über einen Weg mit 25% Gefälle und endet nach Angaben des Lonely Planet in einer chaotisch zerfurchten Piste, die bei Regen zum Sumpf wird. Bei den etwa 50 Einwohnern des Tals, die total abgeschieden leben, sind Touristen nicht sehr gerne gesehen. Mit einem Mietwagen soll/darf man eigentlich überhaupt nicht ins Tal fahren. Es gibt also noch die Möglichkeit ins Tal zu wandern. Das oder eine richtig offizielle Tour durch das Tal habe ich nicht getan und Hawaii damit gar nicht die Möglichkeit gegeben das Paradies wirklich zu erkunden. Aber genau das hätte ich wahrscheinlich tun sollen. Aber ist es nicht auch unfair, ein Privatgelände von Bewohnern zu betreten, die eigentlich ihre Ruhe haben möchten und sich bewusst von der Außenwelt abkapslen?

Vor allem auf Big Island gab es viele Orte die man nur mit 4WD erreichen konnte und so einen Mietwagen hatten wir – vor allem wegen den Kosten – natürlich nicht. Das nächste „Problem“ war auch, dass wir natürlich die typischen Touristenattraktionen abgeklappert haben: Nationalparks, Strände, alles was so im Reiseführer empfohlen wird, auch wenn es der Lonely Planet ist. Man bewegt sich dadurch auf touristischen Pfaden und kommt kaum in Kontakt mit den „echten“ Bewohnern von Hawaii. Und die Hauptattraktionen sind dann eben sehr touristisch, sehr teuer und sehr amerikanisch. Das ist wirklich total schade und war definitiv ein Fehler von unserer Seite. Allerdings gibt es auf Hawaii oder generell in Amerika nicht soooo wahnsinnig viel Kultur, da sind wir Europäer einfach verwöhnt. Der Hinweis auf eine historische Stadt sind meist ein paar Straßen mit Häusern im Western-Style. Paia ein wunderhübscher Ort auf Maui bestand nur aus diesen Häusern und das Dorf hat uns dann auch super gefallen. In Lāhainā war es der alte Stadtkern, der wirklich schön ist. Drumherum findet man typisch amerikanische Häuser. Ich habe in den letzten Tagen vor meiner Abreise Pu’uhonua o Honaunau besichtigt, das ist eine bedeutsame heilige Zufluchtsstätte auf Big Island.

Pu'uhonua o Honaunau

Pu’uhonua o Honaunau

Einen Tag später habe ich eine Kaffeeplantage besucht inkl. Führung. Bei diesen beiden Orten erhält man einen Einblick in die Kultur und lernt die Bewohner kennen und lieben. Über die Inselbewohner kann man auf jeden Fall sagen, dass sie sehr entspannt und chillig drauf sind, was eine ungeduldige Deutsche schon mal leicht in den Wahnsinn treiben kann 😀

Auch durch die Unterkünftige kamen wir kaum in Kontakt mit den Einwohnern von Hawaii. Wir haben zwar auf Big Island auch unsere Übernachtungen über Airbnb gebucht, aber das waren alles eher Unterkünfte, die auf Tourismus eingestellt waren – das hatte wenig mit dem „echten Leben“ zu tun. Aber nicht vorab zu buchen und uns – wie damals in Kalifornien – einfach treiben zu lassen, geht auf Hawaii nicht wirklich. Dafür sind die Übernachtungsmöglichkeiten einfach zu begrenzt und zu teuer. Aber genau das macht natürlich auch immer den Charme einer solchen Reise aus.

Last but not least war unsere Reisezeit nicht ideal. Einige Pflanzen sahen bei unserer Reise nicht wirklich glücklich aus, die Surfstrände mit den tollen Wellen gibt es immer im Winter und flüssige Lava habe ich leider auch nicht gesehen. 250 Dollar oder mehr wollte ich für einen Hubschrauberflug und der potentiellen Möglichkeit flüssige Lava irgendwo in der Ferne zu sehen auch nicht ausgeben.

Hawaii hatte sich also als „nicht das Paradies“ herausgestellt, bzw. es war wirklich toll, aber eben nicht einzigartig. Trotzdem haben die von uns besuchten Inseln – Oʻahu, Maui und Big Island – wunderschöne Orte und Highlights meiner Reise. Pleiten, Pech und Pannen und leckere kulinarische Besonderheiten gab es auch.

Meine Top 5 auf Hawaii

1. Pipiwai Trail

Nationalparks gibt es auf Hawaii sehr, sehr viele. Was man sich auf Maui auf jeden Fall anschauen sollte, ist der Pipiwai Trail. Ein Wanderweg, der zu einem Wasserfall führt. Der Weg dorthin führt durch einen Bambuswald und das ist wirklich großartig!

Bambuswald im Pipiwai Trail

2. Waipio Valley

Auch wenn ich es nur von dem Aussichtspunkt gesehen habe. Das Tal strahlt eine Ruhe aus, das ist unglaublich.

3. Pu’uhonua o Honaunau

Wie schon erwähnt, es gibt nicht so wahnsinnig viel Kultur auf Hawaii. Das was ich vorgefunden habe war aber super und hat mich in seinen Bann gezogen.

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4. Shave Ice

No words. Just this video.

And this picture. Nomnomnom. Gleich danach kommt Bananenbrot. Das habe ich immer nur gefuttert und nicht fotografiert. Sorry. Aber kulinarisch waren das auf jeden Fall meine beiden Highlights auf Hawaii. Ich werde mir auf jeden Fall definitiv demnächst einen Eiscrusher zulegen 😉

Shave Ice

Shave Ice

5. Strände

Wir haben sie fast alle gesehen und ausprobiert. Der Waikiki Beach auf Honolulu ist große Klasse, die North Shore ist eigentlich das Surfergebiet mit den Riesenwellen (im Winter). Auf Maui sind die Strände an der Westküste auch super, ähnlich wie auf Big Island. Mir haben sie eigentlich alle gefallen. Das Wasser war ein Traum und in der Sonne brutzeln konnte man auch prima. Ein bisschen Bräune habe ich ja mitgebracht.

Honololu und der Waikiki Beach

Honololu und der Waikiki Beach

Mahalo. Vielen Dank für’s Durchalten. Ich könnte noch so wahnsinnig viel schreiben, aber ich setze dem ganzen jetzt mal ein Ende. Hawaii ist ein verdammt schönes Reiseziel, aber auch ein verdammt teures. Der Flug ist aufgrund der langen Reisezeit von Deutschland aus ziemlich kostenintensiv und viele Produkte sind durch den Import aus dem Festland überteuert. Aber ich möchte niemanden Hawaii ausreden, macht euch am besten selbst einen Eindruck.

Und wie ihr an den Bildern sehen könnt, ist es schon verdammt geil da.

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3 Gedanken zu „Hawaii – ein Reisebericht

  1. Eddy sagt:

    Danke für den Bericht und die schönen Bilder! Mir hast Du Hawaii nicht ausgeredet: ich war 2012 dort – und ich würde sofort wieder hin fliegen. Immer und immer wieder… 😉

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