I Am Who I Am – 20 Dinge, die sie über mich wissen sollten

Der Sebastian hat mir Mitte letzten Monats ein Blogstöckchen zugeworfen. Aufgabe: Ich soll hier 20 Dinge (Geschichten, Fakten, Tatsachen) über mich erzählen. Tolle Idee, mit der Umsetzung hat es etwas länger gedauert, aber jetzt ist er fertig, der Beitrag über mich.

Ich plaudere hier zum einen über Lessons Learned, welche Erfahrungen haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich jetzt bin, welche Charaktereigenschaften zeichnen mich aus und last but not least: Unnützes Wissen.

Bildschirmfoto 2013-11-30 um 19.57.24

1. Auf dem Weg zum Erwachsenwerden

Ich bin bereits mit 16 Jahren von Zuhause ausgezogen, in eine andere Stadt. Nach dem Realschulabschluss habe ich in Koblenz – knapp 100 Kilometer von meiner Heimatstadt Wittlich entfernt – eine Ausbildung in der Stadtbibliothek Koblenz begonnen. Warum Bibliotheksassistentin? Ich hatte absolut keine Ahnung, was ich werden sollte. Ich hatte bloß überhaupt keine Lust nach dem Abschluss auf das Gymnasium zu wechseln und wollte endlich arbeiten. Meine Mutter meinte damals „Du liest doch gerne“. Das klang für mich logisch und damit war die Entscheidung gefallen. Da ich zweimal die Woche zur Berufsschule nach Köln musste, war ein Pendeln von Wittlich nach Koblenz einfach nicht drin. Also bin ich mit 16 losgezogen, in die große, weite Welt. Die Kosten für das Zimmer im Kolpinghaus (sowas wie das Studentenwohnheim für Azubis) haben meine Eltern übernommen, für alles andere musste ich mit meinem Ausbildungsgehalt selbst aufkommen. Geld aufteilen, einkaufen, waschen …, so lernt man, auf eigenen Beinen zu stehen.

2. Do what you want. Und dann geht das mit dem Lernen von ganz alleine.

Ich wollte mit 16 Jahren arbeiten und hatte Spaß daran. Ich hatte super Noten in der Berufsschule, weil mich die Inhalte interessiert haben. Das gleiche bei der Fachhochschulreife und auch später beim Studium. Ich wusste immer genau, dass ich das machen wollte. Durch meine Berufserfahrung vorher war das Studium ein Kinderspiel, viele Inhalte kannte ich schon durch meine Arbeit. Ich habe keine Ahnung, was aus mir geworden wäre, wenn ich mich nach der 10. Klasse doch aufs Gymnasium und weiter durch die Schule gequält hätte. Aber es muss nicht immer der geradlinige Lebenslauf sein. Ich bereue auf jeden Fall keine einzelne Entscheidung.

3. Die selbsternannte Elite nervt.

Es gibt Menschen, die bilden sich ein, etwas Besseres zu sein als andere. Und das aufgrund von unbedeutenden Kleinigkeiten, wie beispielsweise der Abschluss eines Studiums. Diese Erfahrung habe ich immer wieder gemacht. Es nervt, aber ich habe gelernt mit diesen Menschen umzugehen. Das führt mich aber gleich zu Punkt 4.

4. People come into your life for a reason, a season or a lifetime.

Manche Menschen sind für einen bestimmten Lebensabschnitt besonders wichtig und dann verschwinden sie wieder aus deinem Leben. Die Erfahrung habe ich das erste Mal in der Grundschule gemacht. Ich bin die einzige in der Klasse gewesen, die auf die Realschule gewechselt ist. Alle meine Freunde sind auf das Gymnasium gegangen. Aus den Augen, aus dem Sinn. Es gibt aber natürlich auch die Menschen, die mir wichtig sind und die ich seit Jahren kenne. Da ist es nicht wichtig, dass man jeden Sonntag telefoniert oder sich regelmäßig sieht. Die wirklichen Freunde erkennt man daran, dass man monatelang nichts voneinander hört und dann sieht man sich und hat das Gefühl, als hätte man sich erst gestern das letzte Mal gesehen.

5. Andere Länder, andere Sitten.

In meinem Bachelorstudium hatte ich die Chance, mit Kommilitonen zusammen einen internationalen Kongress (BOBCATSSS) zu organisieren und das gemeinschaftlich mit Studenten aus Prag. Was für uns in Deutschland selbstverständlich ist, spielt in anderen Ländern nur eine untergeordnete Rolle. Menschen sind verschieden, aber die Kultur einzelner Länder unterscheidet sich teils extremst. Ich sage nur Pünktlichkeit und so 🙂 Das Projekt war aber auch in der Hinsicht toll, dass wir uns mit Studenten, die genau das gleiche studieren wie man selbst, im internationalen Kontext austauschen konnte. Und abends wurde viel getrunken, das war natürlich auch ein wichtiger Bestandteil 😉

6. Einmal Serienjunkie, immer Serienjunkie.

Ich LIEBE Serien und Filme. Ich fange lieber nicht an, Lieblingsserien und Filme aufzuzählen. Irgendwann wollte ich sogar mal Synchronsprecher werden. Gut, dass das nicht geklappt hat, denn synchronisierte Filme mag ich jetzt überhaupt nicht mehr. Filmkritiker war auch mal kurze Zeit ein Berufswunsch von mir. Im Bachelorstudium hatte ich eine Professorin, die ein Seminar zum Thema Filmanalyse gehalten hat und das parallel zur Bachelorarbeit. Eigentlich hatte ich schon alle Scheine, aber so etwas konnte ich mir auf gar keinen Fall entgehen lassen. In einer Stunde hat eine Gast-Professorin im Bereich Drehbuch die Filme „Die Vögel“ und „Das Piano“ analysiert. Eine Erfahrung, die ich nicht mehr missen möchte und die mir einen anderen Blick auf die Arbeit in der Filmindustrie gegeben hat. Ja und irgendwie hat diese Leidenschaft irgendwann auch zu meinem Projekt „We Make Social TV“ geführt.

7. Ich habe beim Fernsehen gearbeitet!!!

Ok, das ist jetzt ein klein wenig übertrieben, aber die Überschrift passt so schön zum letzten Satz davor. Ich habe mein Praxissemester im Bachelor im Pressearchiv des SWR verbracht. Eigentlich wollte ich danach auch in dem Bereich arbeiten, aber damals war es schon so, dass dort eher Stellen abgebaut als neu geschaffen wurden. Meine Bachelorarbeit habe ich dann aber zumindest über Strategien der Zeitungen zur Leserbindung geschrieben.

8. Der Blick über den Tellerrand ist wichtig.

Mein Lieblingsprojekt im Master hieß „Informationsbetriebswirtschaftslehre“. Ja, der Titel klingt LANGWEILIG. Die Aufgabe war, in Projektteams, die „Competence Site“ konzeptionell zu überarbeiten. Wir haben von Stunde zu Stunde kleine Hausaufgabe bekommen, wie Wettbewerbsanalyse etc. und jedesmal gab es neuen Input von Professor und Experten aus der Wirtschaft. Während die anderen Teams die gelernten Inhalte bei der finalen Präsentation sinnvoll aufbereitet haben, haben meine Projektpartnerin und ich weitergedacht und zusätzlich eigene Ideen entwickelt. Letzteres hat schließlich dazu geführt, dass ich meinen ersten Pitch gewonnen hatte. Umgesetzt haben sie unsere Idee trotzdem nicht.

9. SEO ist Schuld an meiner Leidenschaft zu bloggen.

Es war einmal ein SEO (steht für Suchmaschinenoptimierung) Projekt, bei dem die Steffi ihre Leidenschaft für das Bloggen entdeckt hat. Der Inhalt unseres damaligen Blogs ist nicht mehr relevant. Fakt ist, ich habe da – da heißt 2009 – angefangen zu bloggen und seitdem nicht mehr aufgehört.

10. Give people what they want, when they want it, in the form they want it

Kevin Spacey hat es dieses Jahr in Bezug auf die Fernsehbranche ausgesprochen, ich habe mich bereits 2010 danach gerichtet. Ich habe die Inhalte meiner Masterarbeit bereits nach dem Schreiben der einzelnen Kapitel auf meinem Blog veröffentlicht und die fertige Arbeit schließlich bei Scribt eingestellt. Anzahl der Aufrufe heutiger Stand: 91.412. Warum sollte die Arbeit auf meinen Rechner dahinvegetieren, wenn ich vielen Menschen durch das zur Verfügung stellen der Arbeit weiterhelfen kann? Ich habe von sehr vielen Menschen, auch aus teils sehr hohen Positionen in Unternehmen, positives Feedback dazu erhalten. Viele Menschen haben sich das Thema mit meiner Hilfe angeeignet. Was gibt es eigentlich schöneres?

11. Man muss nicht alles, wissen. Man muss nur wissen, wo es steht.

Wie recherchiere ich richtig, wie selektiere ich Informationen und was sind eigentlich Boolsche Operatoren. Alles Punkte, die ich im Studium gelernt habe, die mir immer wieder bei meiner Arbeit geholfen haben.

12. Übung macht den Meister. Also Lebenserfahrung sammeln.

Eine neues Aufgabengebiet ist immer mit einem gewissen Lernprozess verbunden. Wenn ich da nichts mehr dazulerne und nicht mehr gefordert werde, werde ich kribbelig. Das Problem hatte ich Anfang 20, als ich ausgelernt hatte und mein Chef mir immer wieder neue Aufgaben zugeschustert hat und ich trotzdem nach kurzer Zeit wieder unzufrieden war. Sein Fazit am Ende: „Geh studieren“ und das habe ich dann auch getan. Neben der Tätigkeit an sich, kann man in Unternehmen auch sonst ganz viel lernen: Über die unterschiedlichen Strukturen beispielsweise, oder das Betriebsklima. Ich bin zwar erst 32, aber ich habe beruflich schon alle Facetten gesehen. Seit ich 16 Jahre alt bin habe ich immer gearbeitet: Vor dem Studium, während dem Studium, nach dem Studium. Erst im Öffentlichen Dienst, dazu zähle ich jetzt einfach auch mal den Südwestrundfunk und schließlich in der privaten Wirtschaft (KPMG, HPP, VICO und elbkind). Im Laufe meines Praktikums bei Harnischfeger, Pietsch & Partner stand für mich dann auch irgendwann fest, dass ich gerne beraten möchte, allerdings im Bereich der digitalen Kommunikation.

13. Perfektionismus nervt.

Dummerweise bin ich Perfektionistin und eigentlich NIE mit meiner Arbeit zufrieden. In 99,9 Prozent der Fälle sind alle anderen aber mit meiner Arbeit zufrieden 😉

14. Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen.

Es passt eigentlich überhaupt nicht zum Punkt 13, aber ich bin chaotisch. Ich weiß aber immer, unter welchem dem Arbeitsberge das gesuchte Dokument zu finden ist.

15.  Rampenlicht? Nein danke!

Ich bin kein Social Media Rockstar. Ich weiß, dass ich gut bin, aber ich muss mich nicht in den Mittelpunkt rücken, um das allen zu zeigen. Ich beobachte und analysiere und denke mir meinen Teil. Im Analysieren bin ich sehr gut. Man sagt ja immer, der Mensch ist entweder naturwissenschaftlich oder sprachlich begabt. Ich habe Mathe immer gemocht und das Arbeiten mit Zahlen liegt mir auch. Aus den Erkenntnissen dann die nötigen Handlungsempfehlungen und Strategien abzuleiten ist dann (fast) wieder ein Kinderspiel.

Bildschirmfoto 2013-11-30 um 19.56.36

16. Hallo Privatleben.

Ich bin in meinem Leben schon sehr oft umgezogen und habe einen Neustart gemacht: Neue Stadt, neue Freunde. Alles wegen der Ausbildung, dem Studium oder einem neuen Job. Mein Privatleben hat immer darunter gelitten. Klar ist der Job wichtig und er sollte auch unbedingt Spaß machen, schließlich ist man mindestens acht Stunden am Tag auf der Arbeit. Als ich letztes Jahr nach Hamburg gezogen bin, um bei elbkind anzufangen, habe ich fast zeitgleich den Vertrag für mein Buch unterschrieben und mich damit erneut vom Privatleben verabschiedet. In der neuen Stadt hatte ich kaum Zeit Anschluss zu suchen oder zu finden. Gleichzeitig ist aber Hamburg die erste Stadt, in der ich mich heimisch fühle. In den anderen Städten war mir immer klar: Das ist nur eine Zwischenstation. Ich möchte aus Hamburg nicht mehr weg und ich möchte auch nicht mehr bei Null anfangen. Mein Privatleben ist jetzt meine Prio 1 und das ist auch gut so.

17. Ich hasse Diskos.

Apropo Privatleben. Was habt ihr eigentlich alle immer mit euerm Feiern? Ich sitze viel lieber gemütlich mit Freunden in einer Kneipe und philosophiere über das Leben. In Diskos muss man viel zu viel Eintritt zahlen, um dann überteuerte Getränke zu trinken. Und ich finde es auch völlig ok, Samstagabend um 2.00 nach Hause zu gehen, sonst habe ich ja nix vom Sonntag.

18. Wenn ich Hunger habe, werde ich unausstehlich.

Nicht lustig. Wenn ich Hunger habe, gebt mir etwas zum Essen.

19. Reisen ist toll …

… und ich mache das viel zu selten. Bei mir hilft es oft schon, ein Wochenende aus der Stadt und damit dem Alltagstrott zu entfliehen. Heimlich beneide ich aber alle meine Freunde, die einfach mal die Sachen packen und eine lange Reise machen. Vielleicht sollte ich einfach Reiseblogger werden 😉

20. Meine Lieblingsfarbe ist blau.

True Story.

Epilog: Ich habe viel zu lange an diesem Artikel geschrieben. Wehe, ihr mögt ihn nicht. Und das Blogstöckchen werfe ich jetzt an Jule weiter. // Die beiden Bilder sind natürlich von Bitstrips.

Facebooktwittergoogle_pluspinterestmailby feather

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.