Social Media und Startups am Beispiel von pixoona

Das Buch von Stephan und mir richtet sich vornehmlich an kleine und mittelständische Unternehmen. Berichte über kleine Unternehmen finde ich in meiner Filterbubble eher selten, in den meisten Fällen werden Social Media Maßnahmen und Kampagnen von großen Unternehmen thematisiert. Es wurde also Zeit, sich in einem Blogartikel mal den KMUs zu widmen. Den Anfang macht pixoona, die einen guten Job in Social Media machen und großen Wert auf Blogger Relations legen:

Was ist pixoona?

pixoona ist ein Bildtagging Dienst, das könnt ihr auf dem Bild schon sehr gut erkennen. Ihr könnt auf den Bildern Kommentare, andere Bilder, Musik oder auch Videos hinterlassen. Also etwa so etwas wie das Personentagging bei Facebook nur mit viel mehr Möglichkeiten. Unternehmen können z.B. in ihrem Blog oder auf der eignen Webseite die Produkte auf dem Bild vertaggen und auf den Online Shop verlinken.


Mit Hilfe der Browser App kann man auch im Bilder im Web mit einem PIX versehen, die dann beim eigenen Profil angezeigt werden, also ein bisschen wie Pinterest. Und die mobile App bietet einen ähnlichen Service wie Instagram & Co.

Auf den Social Media Kanälen erhalten die Besucher einen Blick hinter die Kulissen und können sich immer wieder bei Aktionen beteiligen.

Meine erste Begegnung mit pixoona war auf dem Barcamp 2012 in München. Das Startup gab es damals noch nicht, aber die Idee haben die Jungs interessierten Teilnehmern des Barcamps ausführlich vorgestellt. Der Kontakt mit Onlinern zieht sich bei pixoona wie ein roter Faden durch alle Projekte. Zum einen gehört pixoona bei manchen Barcamps schon fast zum Inventar, aber auch das Startup bekommt von den Teilnehmern immer wieder wichtigen Input. Schließlich sind die „Early Adopter“ eine relevante Zielgruppe. Aus diesem Grund nimmt pixoona etwa bei 8 bis 10 Barcamps pro Jahr teil.

Etwas mehr Aufmerksamkeit bekam pixoona durch die diesjährige re:publica. Für das Startup war das Bloggertreffen das ideale Event, um den Relaunch der Apps zu präsentieren, dazu gab es einen großen Live-Beat Test. Anstatt sich in der Startup Area mit anderen Startups zu tummeln, hatte pixoona einen größeren Stand gebucht und entsprechend gebrandet. Die Besucher der re:publica konnten sich auf dem Stand mit einem Photo-Booth verewigen.

Bilder, das passt halt auch zum Unternehmen. Darüber hinaus gab es einen amerikanischen Schulbus, der neben Photo-Touren durch Berlin verschiedenen Speaker hatte, die den Teilnehmern ein Thema kurz und knapp vorgestellt hatten. Für alle, die mit ihrer Sessionanfrage bei der re:publica nicht erfolgreich waren, war das eine prima Alternative. Ich habe auch als Speaker mitgemacht und auf einer Tour das Thema Social TV erklärt.

Die Idee zum Blogartikel hatte ich im Rahmen der Bloggertour.

pixoona sucht immer wieder den persönlichen Kontakt mit Bloggern, die Bloggertour sollte ebenfalls dazu dienen die Zielgrupppe kennenzulernen und Zeit mit ihr zu verbringen. Die Bloggertour war vom 17 bis 18. August. Nach einem Zwischenstop in Hannover, u.a. bei t3n, war das erste Event in Hamburg ein gemeinsames Frühstück in St. Pauli. Im Anschluss war eine Fototour geplant, die aber aufgrund mangelnder Teilnehmer leider ausgefallen ist. Da sind wir auch beim Problem der Tour angelangt. Die Planung oder zumindest die Bekanntgabe hat dann doch sehr kurzfristig stattgefunden, viele Blogger waren da bereits anderweitig verplant. Ich habe mich mit den Jungs von pixoona dann spontan auf den Weg nach Kiel zum Barcamp gemacht. Am Sonntag hat uns, neben einer ebenfalls eher geringen Teilnehmerzahl bei der Food Tour, auch das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Für mich war der Sonntag aber auch interessant. So war ich als Hamburgerin das erste mal im Karolinenviertel und habe einen Blick in die Küche des Herzblut St. Pauli erhalten.

Auf der Reeperbahn halte ich mich eher selten auf, ich hätte mich daher also eher nicht ins Herzblut verirrt. Das Essen war aber wirklich sehr lecker! Auch wenn die Organisation bei pixoona hier und da ein bisschen chaotisch ist, man merkt immer, dass die Jungs es ernst meinen und wirklich an Feedback und Verbesserungsvorschlägen interessiert sind. Die verschiedenen Social Media Plattformen werden bei Startups oft viel ehrlicher und natürlicher genutzt, das fällt mir nicht nur bei Pixoona auf. Social Media gehört da eben zum Kommunikationsprozess dazu.

Julian von pixoona habe ich zum Thema Social Media dann auch gleich noch ein paar Fragen gestellt:

Warum setzt ihr auf Blogger Relations?

Blogger haben oft ein gutes Gespür für neue Entwicklungen. Sie nutzen Apps wie unsere oftmals vor den meisten anderen und finden kreative und nützliche Wege diese für sich einzusetzen. Sie sind zudem ehrlich und direkt. Man kann sich mit Bloggern oft in lockerer Atmosphäre und in regelmäßigeren Abständen austauschen. Dabei geht es nicht immer nur darum, diese dazu zu bringen über uns zu schreiben oder direkt Power-User zu werden. Es geht auch darum von ihnen zu lernen. Zu sehen, wo wir uns noch verbessern können. Oder was interessante Usecases wären und was wir dafür für Voraussetzungen schaffen müssen. Das alles bringt uns weiter.

Wie erfolgreich sind eure Aktionen?

Das hängt stark davon ab welches Ziel wir für eine jeweilige Aktion haben, welche Erfahrungen wir im Vorfeld hatten und wie die Voraussetzungen – ich nenne es mal Umweltfaktoren – gewesen sind. Wir haben schon große Erfolge erzielt und sind auch schon teilweise auf die Nase gefallen. Nur passiert uns letzteres in der Regel kein zweites Mal. Auch daraus können wir viel ziehen und es in die Vorbereitungen der nächsten Aktionen mit einbeziehen. Die re:publica war für uns zum Beispiel ein Erfolg, weil wir mit einem starken Team angerückt sind, ehrlich mit den noch vorhandenen Schwächen unserer Beta umgegangen sind und viel zugehört haben. Dadurch haben wir zum einen gelernt was unserer App noch fehlt. Zum anderen haben wir es geschafft unsere Bekanntheit in einer wichtigen Zielgruppe deutlich zu erhöhen. Das war eine super Basis für all das was folgte und noch folgen wird.

Was für eine Zielsetzung habt ihr dabei?

Zuhören. Lernen. Netzwerken. Und dann auch in Kontakt bleiben. Wenn wir Bloggern oder anderen Menschen, denen wir bei Events begegnen helfen können, machen wir das gerne. Und das stößt auch oft auf Gegenseitigkeit. Und diese Gegenseitigkeit ist die Basis für all das was wir machen. Es bringt nichts nur die Hand aufzuhalten. Aber es ist toll, dass es möglich ist, dass mittlerweile beide Seiten den ersten Schritt machen und man sich danach nicht direkt wieder vergisst. Diese Kultur, die ja auch auf Barcamps vorgelebt wird, fördern wir von Anfang an. Und das wollen wir auch in Zukunft machen.

Wie viel Geld muss man in die Hand nehmen?

Das ist ganz unterschiedlich. Es muss nicht immer alles teuer sein. Kleine Gesten werden genauso wertgeschätzt. Aus unserer Erfahrung geht es insbesondere Erfahrungen und Erlebnisse zu kreieren oder einfach nur gute Gespräche zu haben. Die meisten Blogger sind offene Menschen. Wichtig ist, dass man sowohl versucht lokal ein gutes Netzwerk aufzubauen und sich gleichzeitig herauswagt. Da entstehen dann vor allem hohe Reisekosten. Wenn man ein begrenztes Budget hat, sollte man gerade was Blogger Relations angeht nicht zu viel verstreuen und nur halbherzige Aktionen machen, sondern sich auf ein paar wichtige Aktionen konzentrieren und hierfür ein bisschen mehr investieren. Darüber lassen sich bessere und interessantere Beziehungen aufbauen. Man muss nach den Events dann halt in Kontakt bleiben. Wenn man aber nun eine gemeinsame Basis, eine schöne Erinnerungen hat, dann fällt das deutlich leichter.

Was würdet ihr anderen KMUs oder Startups raten?

Traut euch raus. Guckt euch an, welche Kontakte und Medien für euch wichtig sind und was diese beschäftigt. Analysiert auch was diese ständig von anderen Unternehmen bekommen und wie ihr euch unterscheiden könnt. Wenn wir zum Beispiel unsere Stadtrundfahrt durch Berlin im amerikanischen Schulbus und mit App-Beta-Test nehmen. Das ist etwas woran sich die Teilnehmer erinnern. Wenn ihr nicht wisst wo ihr anfangen sollt, dann geht auf Events wo Leute unterwegs sind, die ähnliche Interessen haben wie ihr. Barcamps gibt es mittlerweile so viele zu den verschiedensten Themen. Da macht ihr die ersten wichtigen Kontakte und lernt wie diese ticken. Und wenn zu eurem Thema noch kein Barcamp dabei ist, dann sprecht mit Bloggern aus eurem Bereich und organisiert selbst eins. Man muss Initiative zeigen wollen. Das geht nicht mit 9-to-5, aber zahlt sich mit der richtigen Einstellung in der Regel aus. Leute mit ähnlichen Interessen zusammenbringen ist ohnehin immer eine gute Idee.

Wie ist Social Media bei euch intern aufgehängt?

Wir nehmen Social Media auf jeden Fall sehr ernst. Alle Leute in unserem Kommunikationsteam kommen damit in unterschiedlicher Intensität und Häufigkeit in Berührung. Zudem haben wir eine Community Managerin und einen Social Media Manager, deren Hauptfokus natürlich darauf liegt. Ein paar Allrounder-Fähigkeiten brauchst du aber wohl in einem Startup immer. 😉

Was ist für euch die wichtigste Social Media Plattform und warum?

Die Plattformen mit denen wir am meisten arbeiten sind auf jeden Fall Twitter, Facebook und unser Blog. Wir sind zudem bei Google+ unterwegs und bauen nach und nach unsere YouTube-Channel auf. Zudem sind wir natürlich damit beschäftigt unsere eigene Community auf pixoona auszubauen und zu supporten. Es ist schwierig eins herauszuheben, weil sie alle in gewisser Weise ihren Zweck erfüllen. Wenn wir aber über Blogger Relations und diese spezifische Zielgruppe sprechen, hat uns Twitter wohl am meisten weitergeholfen. Das liegt aber auch daran, dass die meisten von uns auch vor pixoona mit privaten Accounts sehr aktiv auf Twitter waren und dadurch sich dort eigene Communities gebildet haben. Diese Kontakte pflegen wir natürlich bis heute und pixoona profitiert sicherlich auch davon.

Facebooktwittergoogle_pluspinterestmailby feather

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.