Wie lange darf es denn sein? – Über die Länge von Webvideos …

Die Idee zu diesem Blogartikel hatte ich vor zwei Tagen. Thomas Koch hatte sich in seiner Kolumne bei der WirtschaftsWoche dem Thema „Quo Vadis, Werbung“ (lesenswert) gewidmet. Ich wusste, dass am Montag dazu ein Digitales Quartett mit ihm als Teilnehmer stattgefunden hat. Seinen Artikel dazu hatte ich in 10 Minuten gelesen, eine Folge des #Quartett dauert eine Stunde. Der Empfehlung von Ulrike Langer, mir die Sendung doch noch anzuschauen, bin ich bis jetzt noch nicht gefolgt und werde es wahrscheinlich auch nicht mehr tun. Obwohl ich das Format und die Idee dahinter generell sehr gut finde, verfolge ich die Sendung selten bis nie. Sie ist mir einfach zu lang. In Gesprächen mit anderen habe ich festgestellt, dass ich damit nicht alleine bin. Muss man ein Thema denn generell auch 60 Minuten diskutieren? Talkshows im Fernsehen haben natürlich ihre feste Sendezeit. Wäre ja auch blöd, wenn man die Sendung nach 40 Minuten abbrechen würde, weil alles gesagt ist. Was sendet man dann in den restlichen 20 Minuten? Nur weil das bei Fernsehsendern der Fall ist, muss das aber keine Grundvoraussetzung für ein Webvideoformat sein.

Eigentlich ist die Länge eines Formates egal. Ist der Inhalt spannend, dann bleibe ich am Ball. Ich bin beispielsweise auch ein großer Fan vom Format „Jung und naiv“. Die Folgen hatten am Anfang immer eine Länge von etwa 12 Minuten. Zeit, die ich gerne in ein Video investiere, bei dem mich das Thema interessiert. In letzter Zeit werden aber auch hier die Folgen länger. Bei der Folge mit dem Regierungssprecher (21:06 Min.) hat mich das überhaupt nicht gestört, weil das Gespräch insgesamt sehr angenehm war. Die Folge zur Lage in Ägypten (55:04) und zur Sprache im Wahlkampf (37:55) habe ich mittendrin abgebrochen. Nicht, weil mich das Thema nicht interessiert, sondern weil die Videos ihre Längen hatten und ich gemerkt habe, dass ich abschweife. Beim Video zur Sprache im Wahlkampf habe ich mit meinem Bruder einen zweiten Versuch gestartet, erfolglos. Das soll von meiner Seite keine Kritik an den einzelnen Folgen sein. Aber hier merkt man, welche Bedeutung der Interviewpartner und seine Fähigkeit den Inhalt rüberzubringen (Stichwort: Storytelling) hat. Dabei ist ja gerade bei „Jung und naiv“ sehr wichtig, dass die interviewten Personen einfach erzählen. Ich habe nur für mich festgestellt, dass ich bis zu einer Länge von etwa 15 Minuten, mir ein Webvideo in den meisten Fällen bis zum Ende anschaue. Alles was länger dauert, muss mich inhaltlich überzeugen, quasi bei Laune halten, sonst springe ich ab. Dann lese ich lieber einen Hintergrundbericht zum Thema. Und da wären wir wieder beim Anfang vom Artikel. Ich habe zur Zukunft der Werbung eine sehr gute Kolumne gelesen, die den Inhalt sehr gut zusammenfasst. Warum soll ich mir eine Stunde Digitales Quartett anschauen, wenn ich die wichtigsten Punkte in einem Artikel in 10 Minuten lesen kann?

Wie seht ihr das? Wie lange darf eurer Meinung nach ein Webformat dauern und was sind eure Kriterien, damit ihr nicht abschaltet?

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Update 1: Und hier sind eure Antworten. Kommentieren ist übrigens auch erlaubt 😉

„Ist der Inhalt spannend, dann bleibe ich am Ball.“ Sehe ich auch so. @miss_assmann über die Länge von Webvideos: http://t.co/E8dQEVt6oP
— Andreas Rickmann (@a_rickmann) July 14, 2013

20min RT @miss_assmann: Wie lange haltet ihr so bei Webvideos aus? Wann schaltet ihr ab? Ich hab da was verbloggt. http://t.co/YFnKU75ahM
— Daniel Rehn (@danielrehn) July 14, 2013

@miss_assmann Keine feste Zeit. Hängt vom Thema/den Personen ab. Auch ne Stunde oder länger. Bei Podcasts stört mich die Dauer auch nicht.
— Steve Rückwardt (@SteveRueck) July 14, 2013

Update 2: Sandra Sperber und Martin Heller vom Webvideoblog (spannender Blog) haben sich auch die Frage, nach der geeigneten Länge – in ihrem Fall von journalistischen – Webvideos gemacht. Sandra antwortet auch auf Twitter und Martin hat seine ausführliche Antwort spontan im Artikel „Darf’s auch etwas weniger sein?“ verbloggt.

@webvideoblog @miss_assmann ohje, ich muss gestehen, ich bin kein guter Zuschauer 1-2 Minuten für Nachrichten.
— Sandra Sperber (@SperberS) July 14, 2013

@webvideoblog @miss_assmann aber wenn ich mal klassisch fernsehen will (zb ne Std Doku) gehe ich auch ins Netz und suche mir bewusst was aus
— Sandra Sperber (@SperberS) July 14, 2013

Update 3: Noch mehr Feedback auf Twitter

.@miss_assmann Webvideos müssen klar erkennbaren bildinformatorischen Mehrwert/Vorteil zum Artikel versprechen. Max 20-30 Min. #webvideo

— Tom Klein (@tmsklein) July 15, 2013

@miss_assmann Je länger ein Video, um so höher die Wahrscheinlichkeit, dass es langweilig oder unlustig wird. Ergo: je kürzer, desto besser.

— Deef Pirmasens (@Deef) July 15, 2013

@miss_assmann Ich halte eine Stunde durch. Wenn es zuweilen auch zäh ist. 🙂

— Christian de Vries (@prcdv) July 15, 2013

@miss_assmann 5min sind perfekt, max 10! Je gefragter das Thema, je besser strukturiert & je interessanter gemacht, desto länger kanns sein

— Gianna (@GluecksGlukose) July 15, 2013

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5 Gedanken zu „Wie lange darf es denn sein? – Über die Länge von Webvideos …

    • Stefanie Aßmann sagt:

      Ja, unbedingt! Die wichtigsten Erkenntnisse noch mal zusammengefasst. Das würde ich mir auch anschauen!

      Bei HoA-Formaten mit einer festen Länge habe ich oft das Gefühl, man redet einfach mal drauf los – man muss ja eine Stunde Zeit füllen – anstatt direkt auf den Punkt zu kommen.

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